Machinemade God - Masked - Cover
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Machinemade God Masked


  • Label: Metal Blade/SPV
  • Laufzeit: 44 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Na prima, Machinemade God! Die paar Eckpunkte, die euch davon unterschieden haben wie ein Killswitch Engage-, In Flames-, oder Soilwork-Abklatsch zu klingen, habt ihr mit „Masked“ glanzvoll über Bord geworfen. „The infinity complex“ (02/2006) kochte zwar ebenfalls nicht gerade mit innovativen Ideen oder ausgefallenen Songs über, die nicht länger als zwei Wochen in Folge der Metalcore-Flut im Gedächtnis haften geblieben sind, aber wenigstens gab es keine klar gesungenen Vocals, wenn auch die (in diesem Genre ohnehin bereits inflationär verwendete) Breakdown-Rate umso bedenklich höher war.

Auf dem dritten Longplayer ist das nun alles Geschichte. Flo Velten brüllt sich nicht nur die Seele aus dem Leib, er singt mitunter wie ein unschuldiger Knabe im Kirchenchor und schmiegt sich damit behutsam in Howard Jones Gefilde. Kompromissloses Geballer wie in „Losses to lessons“ vom vorangegangenen Werk, wo Velten seinem rauen Organ die volle Spannweite zukommen ließ und für ein paar Ecken und Kanten im sonst nur leicht überdurchschnittlichen Soundgefüge sorgte, sucht man auf „Masked“ nahezu vergeblich. Gerade einmal „Next to me“ tobt unbeirrt ohne jegliches Ziel und süßliche Einlagen durch den Äther.

Doch nicht nur bei den Vocals biedert sich Machinemade God dem chartkompatiblen Einheitsbrei an, auch die restlichen Mitstreiter Marc Niedersberg (Gitarre), Sky Hoff (Gitarre), Sven Luppus (Bass) und Sven Kallinowski (Schlagzeug) vollführen nicht gerade herausragende Leistungen und agieren auf bestenfalls souveränem Niveau um den größtmöglichen Konsens aus Kommerz und Härte anzubieten.

Dabei sind die kitschigen, elegisch vor sich hin mäandernden Instrumentals „Who, if not us?“ und „And even though you´re gone“ gar nicht die Spitze des Eisbergs, sondern die ewig gleichen Strukturen, die so vorhersehbar aus den Lautsprechern knallen, das eine Hansi Hinterseer-Platte mehr Spannungspotential in sich trägt. Und über eine Schnulze wie „Melancholy“ breiten wir überhaupt den Mantel des Schweigens. Wer diesen uninspirierten Klumpen letztendlich kaufen soll, bleibt jedenfalls ein Rätsel.

Anspieltipps:

  • Voices
  • For Those Who Care
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