Neaera - Armamentarium - Cover
Große Ansicht

Neaera Armamentarium


  • Label: Metal Blade/SPV
  • Laufzeit: 53 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

„Die nächste Platte wird tendenziell eher etwas langsamer und walzender sein und es wird weniger auf die Tube gedrückt“ - Wenn mich der gute Herr Donath, seines Zeichens Bassist bei der Melodic Death Metal Band Neaera, letztes Jahr auf meine Frage hin, wie denn das neue Album nach „Let the tempest come“ (04/2006) wird, nicht verarscht hat. So ungezwungen und ohne jegliche Bremsflüssigkeit in den Saiten wie in den zwei Opening Tracks „Spearheading the spawn“ und „Tools of greed“ habe ich die fünf Münsteraner bislang noch nicht erlebt. Gut, auch „The rising tide of oblivion“ (03/2005) oder der Vorgänger knüppelte ordentlich vor sich hin und stellte so den einen oder anderen kompromisslosen Brecher, doch was die Deutschen bereits zu Beginn der neuen Scheibe „Armamentarium“ für Geschütze auffahren, entbehrt jeglicher Erwartung.

Schade nur, dass durch das hohe Tempo schnell Ermüdungserscheinungen auftreten, die bereits ab dem Mittelteil des Titeltracks zum Skippen verleiten. Erst „Harbinger“ setzt durch seine gedrosselte Haltung Akzente und entzückt mit einem vorzüglichen Aufbau und einer phänomenalen Darbietung Hillekes, der, entgegen aller Unkenrufe, sich als einer der besten Mikrophonhalter Deutschlands etabliert, was nicht nur durch seine markerschütternden Growls hörbar wird. Seine restlichen Kollegen (Tobias Buck (Gitarre), Stefan Keller (Gitarre), Benjamin Donath (Bass) und Sebastian Heldt (Schlagzeug)) stehen ihm zwar in nichts nach, für den richtigen Arschtritt an der richtigen Stelle sorgt aber noch immer er.

Das Neaera sich außerdem auf der textlichen Ebene wieder großteils politischen Themen angenommen haben, ist in so gut wie jedem Song nachzuvollziehen. In „Spearheading the spawn“ klagt Hilleke z.B. über den „War on terror“ und im grandiosen „In loss“ fegen die Deutschen nach der kritischen Zeile „Our life never to be lived / Time never to be found / Laughter never to be heard“ in einen unglaublich agilen Moshpit hinein, dass man paralysiert vor den Lautsprechern sitzt. Dafür zerstört „The orphaning“ die aufgebaute Live-Stimmung im Wohnzimmer wieder und bedient sich der deutlich zu oft verwendeten Idee, ruhig zu beginnen und dann gnadenlos zuzuschlagen. Hier hätten die Münsteraner mehr Eigenkritik üben sollen, da durch diese oftmals gleichen Strukturen „Armamentarium“ schnell an Bodenhaftung verliert und gelegentlich in die Bedeutungslosigkeit driftet. Zweifelsohne hat der Fünfer mit dem neuen Werk in punkto Atmosphäre einige Schritte nach vor gemacht und zu einem einzigartigen Sound gefunden, jedoch stagnieren Neaera trotzdem durch die bereits genannten Kritikpunkte. Wenn auch auf hohem Niveau.

Anspieltipps:

  • In Loss
  • Harbinger
  • Spearheading The Spawn
Neue Kritiken im Genre „Metalcore“
5/10

Ember To Inferno: Ab Initio
  • 2016    
6/10

Silence In The Snow
  • 2015    
Diskutiere über „Neaera“
comments powered by Disqus