Atreyu - Lead Sails Paper Anchor - Cover
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Atreyu Lead Sails Paper Anchor


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Zugegeben, es hat schon gereizt als Genre schlicht und ergreifend „Kommerz“ anzugeben, denn nichts anderes ist die neue Atreyu geworden. Marktorientierte Musik, die auf den ersten Hördurchgang mit Wegwerfmelodien und Songs vom Reißbrett so gut wie keine Daseinsberechtigung bezieht. Nach längerer Auseinandersetzung haftet dem einen oder anderen Track zwar der bittere Nachgeschmack eines billigen My Chemical Romance-Verschnittes auf Metal an, doch hat man erst einmal die popigen Strukturen anerkannt und lässt sich auf die makellose Produktion ohne vermeintliche Ecken und Kanten ein, dann erschließt sich erst die Vielfalt, die wirklich hinter „Lead sails paper anchor“ steckt.

Sicherlich laufen Alex Varkatzas (Gesang), Dan Jacobs (Gitarre), Travis Miguel (Gitarre), Marc McKnight (Bass) und Brandon Saller (Schlagzeug) mit dem von Nu Metal-Gitarren durchsetzten Song „Can´t happen here“ ins offene Messer und verschrecken Langzeit-Fans durch Pop/Punk-Strukturen („Falling down“, „Slow burn“), während im von Handclaps unterfütterten „Honor“ die Bad Guy-Attitüde lediglich durch den obligatorisch eingebauten Zusatz „Fight, fight, fight to the break of dawn“ ihre einzige Rechtfertigung bezieht, doch schlecht ist der Song dadurch noch lange nicht. Ganz im Gegenteil. Sogar „Falling down“ besticht durch einen mitreißenden Groove, der sofort zum Mitwippen animiert.

Weiter geht’s mit „When two are one“, einer astreinen Breitseite, der plötzlich der Wind aus den Segeln genommen wird um einer weiblichen Stimme Platz einzuräumen, die durch schlichtes, langgezogenes „Uh uh uh“ eine wunderbare Stimmung in den Song zaubert, bis dieser wieder an Fahrt aufnimmt und übers Ziel brettert. Das anschließende „Lose it“ ist dafür der kitschige Emocore-Teufel in Person, während „Blow“ im trockenen Southern Rock-Gewand um die Häuser zieht. Als Abschluss kredenzen die Fünf wiederum eine balladeske Country-Nummer auf den Plattenteller, dass einem sofort schlecht werden könnte.

Alles in allem ist „Lead sails paper anchor“ also eine Scheibe, bei der einem entweder das Grausen kommt oder die CD monatelang im Player rotiert. Wie dem auch sei, die Jungs haben das Ganze mit einem Elan und Eifer angepackt, dass sich sicherlich mehrere an der melodiösen Flut an kommerziellen Tracks erfreuen werden. Egal ob man bereits eine Scheibe von Atreyu im Schrank stehen hat oder nicht.

Anspieltipps:

  • Blow
  • Falling Down
  • When Two Are One
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