Richard Hawley - Lady´s Bridge - Cover
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Richard Hawley Lady´s Bridge


  • Label: Mute/EMI
  • Laufzeit: 49 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine tolle Fortsetzung des bisher beschrittenen Weges von Mr. Hawley.

Mit der Unterstützung von Jarvis Cocker (Pulp), bei dem er sich auf der Tour zum „This Is Hardcore“-Album als Live-Musiker betätigte, begann Richard Hawley seine Solokarriere und nahm 2000 ein Mini-Album für ein Independent-Label auf. Die folgenden Longplayer („Late Night Final“ und „Lowedges“) ließen die britische Presse aufhorchen und verschafften ihm Touren mit Radiohead, Coldplay sowie R.E.M. Ein weiterer Fixpunkt in seiner Laufbahn ist der Kontrakt mit Mute Records und das daraus folgende Album „Cole´s Corner“ (2005), welches eine Nominierung für den Mercury Award 2006 nach sich zog. Obwohl die Arctic Monkeys den Preis gewannen, ging der im Vorfeld bereits gehuldigte Mann aus Sheffield quasi als Sieger vom Feld, da die jungen Kollegen von den Arctic Monkeys bei der Preisübergabe davon sprachen, die Polizei zu rufen, da Richard Hawley beraubt worden sei.

Soviel Respekt muss einem erst einmal widerfahren. Doch wer das neue Werk „Lady´s Bridge“ (benannt nach der ältesten Brücke von Sheffield) in seiner schwelgerischen, intensiv instrumentierten Großartigkeit aufsaugt, kann sich vorstellen, welche Stellung sich der Singer/Songwriter zwischen den Musiker-Kollegen erarbeitet hat. Die 50´er/60´er Jahre stehen Pate und selbst Elvis schaut herab, wenn diese mit einer perfekt abgestimmten Band geformten Folk-Arrangements Melancholie wie auch unbeschwerte Country-Leichtigkeit versprühen. Allein die ersten drei Zeilen vom Opener „Valentine“ („Hold me in your arms, may they keep me. Sing me a lullaby cos I´m sleepy. I´m scared you don´t need me anymore.“) reichen aus, um den Kitsch-Vorwurf zu bemühen. Leute mit diesen Tendenzen dürften mit den Streicher-Einsätzen in besagtem Song den Rest bekommen und sich anderen Scheiben widmen.

Alle anderen tauchen in der folgenden dreiviertel Stunde ab in sehnsüchtige Piano-Beigaben, träumen mit einer Vielzahl von filigran eingefädelten Gitarren und zelebrieren spätestens beim Einsetzen der Stimme eine wohltuende Sehnsucht, so dass man sich wirklich bedenkenlos auf diese beachtlichen Intimitäten einlassen kann. Auch wenn die Grundstimmung eher nachdenklich und schwer wiegend ist, wirken beschwingte Country-Ausflüge wie „Serious“ keineswegs wie Fremdkörper. Viel mehr fügen sich viele kleine Teile zu einem großen Ganzen, das mit jedem Hördurchlauf eindringlicher wird und eine tolle Fortsetzung des bisher beschrittenen Weges von Mr. Hawley ist. So lässt man sich tiefgründige Melancholie und eine durchweg entzückende Instrumentierung gefallen, wieder und wieder...

Anspieltipps:

  • Tonight The Streets Are Ours
  • Lady's Bridge
  • I'm Looking For Someone To Find Me
  • Our Darkness
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