K.I.Z. - Hahnenkampf - Cover
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K.I.Z. Hahnenkampf


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 73 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Tarek, Maxim, Euro800 und DJ Sil Yan schaffen es mit Leichtigkeit, das bis dato beste HipHop/Rap-Album des Jahres abzuliefern.

Nachdem was die Berliner Rapper Tarek, Maxim und Euro800 sowie DJ Sil Yan auf ihren Indie-Produktionen „Das Rapdeutschlandkettensägenmassaker“ (2005) und „Böhse Enkelz“ (2006) angestellt und damit in der Szene ausgelöst haben, war es nur eine Frage der Zeit, bis ein Majorlabel auf die Vier aufmerksam werden würde. Und siehe da, „Hahnenkampf“ erscheint im Vertrieb des Branchenriesen Universal, verbunden mit der Angst, dass K.I.Z. ihre provokante Textschärfe gegen FSK-12-Lyrics ausgetauscht haben, um in den Charts ganz nach oben zu kommen.

Doch alle Vorurteile im Zusammenhang mit dem Labelwechsel sind unbegründet. Die „Kannibalen in Zivil“ bzw. „Künstler im Zuchthaus“ (und morgen heißen sie wieder anders...) bleiben ihrem bewehrten Stil treu und rücken schon mit der ersten Singleauskopplung „Geld essen (ausgestopfte Rapper)“ die Stühle in HipHop-Hausen zurecht. Intelligenter können harte Texte in Sachen Sex & Drugs nicht ausfallen, denn im Gegensatz zu den Ersgutenaggros, die grundsätzlich alles todernst meinen, ist bei K.I.Z. eine gewisse Distanz zu erkennen, durch die ihre Texte in die Position und die Sichtweise eines Erzählers gerückt werden, während bei Bushido und Co. vieles ichbezogen, gewaltverherrlichend und in klischeehafte Ghettothemen verstrickt ausfällt.

Eine große Kunst, die K.I.Z. hier beherrschen, denn meistens gehen die Jungs mächtig provokant ans Werk („Spasst“) und streifen dabei Regionen, die der besonderen Aufsicht der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien unterliegen („Böhses Mädchen“). Doch egal wie derbe die Berliner auch zur Sache gehen (viele Passagen können allein aus Gründen des Jugendschutzes nicht zitiert werden), der Hörer hat stets das Gefühl, dass ein verschmitztes Augenzwinkern dabei ist, wenn K.I.Z. unterstützt von richtig fetten Beats („Geld essen“) mit jeder Menge Wortwitz austeilen („Seekuh“) und dabei ganz bewusst überspitzen und provozieren („Hahnenkampf“).

Tarek, Maxim, Euro800 und DJ Sil Yan schaffen es mit Leichtigkeit, das bis dato beste HipHop/Rap-Album des Jahres abzuliefern, auch wenn nicht alle 19 Tracks auf demselben Top-Niveau sind. Manchmal ist weniger eben mehr. Trotzdem ist die Quote abzüglich zwei, drei schwächerer Stücke immer noch ganz hervorragend. So wird es verdammt schwer, K.I.Z. in den verbleibenden vier Monaten vom Thron zu stoßen.

Anspieltipps:

  • Neuruppin
  • Hahnenkampf
  • Lass uns feiern
  • Whirpool
  • Böhses Mädchen
  • Schwarz.Rot.Geld
  • Der durch die Tür Geher
  • Der Schöne und das Biest
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