The Sunday Drivers - Tiny Telephone - Cover
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The Sunday Drivers Tiny Telephone


  • Label: Naive/INDIGO
  • Laufzeit: 35 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Jero Romero (Gesang, Gitarre), Fausto Perez (Gitarre), Miguel Paris (Bass), Lyndon Parish (Arrangements) und Carlos Pintos (Drums) kämpfen seit 1999 gegen das Klischee an, dass spanische Musikbands nur flamencoähnliches oder chartskompatible Urlaubssehnsuchtslangweiler produzieren können. Stattdessen rocken sie durch ansteckende Spielfreude mit ihrem countrygetränkten Indierock das Haus.

Richtig bekannt sind sie leider hierzulande noch nicht, aber nach einer Tour mit der amerikanischen Band Wilco in ihrem Heimatland Spanien touren die Fünf zukünftig durch Frankreich und erobern langsam Europa. Das französische Label Naive verpflichtete vor einiger Zeit die Spanier und das wird die Plattenfirma mit Sicherheit nicht bereuen. Mit zehn Songs, die auch Indiepopgefilde streifen, servieren die Musiker aus Toledo ein überdurchschnittliches musikalisches Angebot, welches echte Hörfreuden bereitet. Der Opener „Rainbow of Colours“ unterhält mit angenehm sanfter Stimme und sich steigerndem Tempo, das nach und nach alle Instrumente einschließlich Geigen einlädt, diesen abwechslungsreichen Track spannend zu gestalten. Nach diesem guten Auftakt rockt „She“ schön gemächlich daher und bringt das Sommerfeeling gleich mit. Ein gutes Beispiel wie Jero Romeros einfühlsame Stimme zusammen mit diesen feinen aber einfachen Melodien Überdurchnittliches entstehen lässt, aber dabei der Country- oder Indierockmusik vertraut.

„Paranoid“ packt das Keyboard in den Vordergrund und die 70er Jahre lassen grüßen: eine echte Songwritingperle, die so sanft mit ihren Synthieklängen spielt und wieder durch seinen eindrucksvollen Gesang Romeros bestimmt wird. Bei „Sing when you re happy“ entsteht richtige Lagerfeuerromantik, ein echter Countryhappen, der auch schön rockt und diesmal mit mehrstimmigem Gesangspassagen begeistert. Der Schlusssong „Goodbye“ besticht wieder mit Keyboardorgel und diesem handgemachten Rock, der von einer guten Portion elektronischer Unterstützung lebt, der wohldosiert eingesetzt wird.

Ein fröhliches und gutes Ende für diesen Longplayer, der mit 35 Minuten ein wenig kurz geraten scheint. Angesichts der Qualität merkt man das aber gar nicht, denn so beschwingt und voller musikalischen Freundlichkeiten erkennt man kein Füllmaterial und wünscht sich den kommerziellen Erfolg und Durchbruch für die fünf Spanier, die so überraschend amerikanisch klingen.

Anspieltipps:

  • She
  • Paranoid
  • Goodbye
  • Rainbow of Colours
  • Sing when you're happy
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