The Great Crusades - Keep Them Entertained - Cover
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The Great Crusades Keep Them Entertained


  • Label: Glitterhouse Records
  • Laufzeit: 46 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

„Keep Them Entertained“ steht den Vorgängern in Nichts nach.

Die Geschichte der Great Crusades begann 1998 in Chicago, als ihr erstes Album „The First Spilled Drink Of The Evening“ erschien, hierzulande auf Trocadero Records. Im Jahre 2000 veröffentlichten sie „Damaged Goods“ und fanden beim Label Glitterhouse ihre deutsche Heimat. Ab diesem Album galt die bis heute aktuell gebliebene Besetzung mit den drei Brians: Brian Krumm (Vocal, Guitar, Harmonica), Brian Hunt (Bass, Vocal), Brian Leach (Guitar, Piano, Vocal, Organ) und Christian Moder (Drums, Organ, Piano, Vocal). Das 2002 erschienene „Never Go Home“ landete – völlig zurecht – in Greil Marcus’ Jahresendliste und die darauffolgende Tour wurde vom Musikexpress gesponsert. Mit „Welcome To The Hiawatha Inn“ (2004) und „Four Thirty“ (2006) führten sie ihren leidenschaftlichen Rock mit mächtigem Energie- und Dynamikpotential auf ein noch höheres Level.

Ihr bereits sechstes Studioalbum „Keep Them Entertained“ steht den Vorgängern in Nichts nach. Kaum zu glauben, dass ihnen auch nach nunmehr fast einer Dekade die Ideen nicht ausgehen. Brian Krumm hat recht, wenn er behauptet: „Ich glaube die neuen Songs sind kantiger, punkiger geworden. Das fand ich schon spannend, nachdem der Vorgänger „Four Thirty“ eher einen Bluesansatz verfolgt hat. Die Texte sind wesentlich streitlustiger als auf den Alben zuvor.“ Dennoch oder gerade deswegen hat sich das Songwriting verfeinert, ohne dabei ihrem Rock’n’Roll den Trashfaktor zu berauben. Ganz hervorragend fügen sie die Gastauftritte von weiblichem Gesang (Angela Mullenhour auf „Why’d You Have To Do This To Me?“), Cello („Broken Umbrella“) und Bläsern („Forgiven For An Hour Or Two“, „I Don’t Remember“) in ihren hochprozentigen Heartfelt-Rock. Der rauen Reibeisen-Stimme von Brian Krumm erliegt man schon nach wenigen Tönen. Würde Tom Waits als Rock-Sänger agieren, er hätte in Brian Krumm mehr als Konkurrenz.

Die einzelnen Songs bewegen sich zwischen harten Losgehnummern („On A Fast Moving Train“, Sex Sells“), alkoholgetränkten Midtempo-Songs („Paradise“, „Demolishin A Bottle Of Wine“) und verführerischen Balladen („The Bucket Of Blood“, „The Moon Cried Don’t Do That“). Wer mit einem Querschnitt aus Bands wie Thin White Rope, Beasts Of Bourbon, Wall Of Voodoo, The Birthday Party, Mink DeVille etc. etwas anfangen kann, der ist mit der neuen CD der Great Crusades bestens bedient.

Nicht entgehen lassen sollte man sich das Erlebnis eines Live-Konzerts der Amerikaner. Eine ganz spezielle Atmosphäre darf man da genießen. Alleine der Anblick des Anzug-Hut-Outfits in Kombination mit dem rauen Rock führt zu Glücksgefühlen. Von Song zu Song wird das Publikum euphorischer und enthusiastischer, eine leidenschaftliche Rock-Performance, schweißtreibend, im besten Sinne bierselig und mit Fremdmaterial von z.B. AC/DC über Warren Zevon, Faces, The Who bis zu Wall Of Voodoo und Roy Orbison angereichert.. Empfehlenswert die bei Konzerten verkaufte, auf 200 Stück limitierte CD „Live Covers Volume 1, 1999-2006“. Für Brian Krumm fühlen sich Konzerte „...geil, großartig, wundervoll“ an. „Ziemlich oft kommt es vor, dass ich beim Spielen aufblicke, um mich schaue, die Leute anblicke, mit denen ich Musik mache und denke: ‚Das ist es, worum es geht. Das ist es, worum es beim Musik machen gehen sollte.’“ Recht hat er, also nichts wie los und das neue Album ins Gepäck stecken und eines der Deutschland-Konzerte im September 2007 besuchen!

Anspieltipps:

  • On A Fast Moving Train
  • Forgiven For An Hour Or Two
  • Keep Them Entertained
  • The Bucket Of Blood
  • The Moon Cried Don’t Do It

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