Sia. - Colour The Small One - Cover
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Sia. Colour The Small One


  • Label: DancePool/SONY
  • Laufzeit: 51 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

„So don’t treat me bad; Just be glad; I am Strong; I know where I belong”.

Wenn man an australische Pop-Exporte denkt, dann fällt einem meist nur Kylie Minogue ein. Der ein oder andere kennt vielleicht durch einen dummen Zufall auch ihre kleine Schwester Dannii. Es gibt einige gute Bands und Sänger(innen) in Australien, nu bleiben sie hierzulande meist unbekannt. Das sollte sich schleunigst ändern, denn gerade Künstler wie Sia zeigen, dass das Potential auf dem kleinen Kontinent nicht verschenkt werden sollte.

Anfangs war Sia Kate Isobelle Furler, so ihr voller Name, Teil der Jazz Formation Crisp, bis sie sich entschloss 1997 ein eigenes Album bei einem Indie-Label aufzunehmen. Erst drei Jahre später klopfte Sony Music an und unter diesem Major-Label begann sie ihr erstes Album („Healing Is Difficult“) aufzunehmen, welches für mehr Aufsehen sorgen sollte. Durch den Erfolg in Australien kam auch der ein oder andere Song in Britannien an und so war der Weg für ihr zweites Werk „Clour The Small One“ geebnet, auch wenn es in Europa erst ein Jahr nach der offiziellen Veröffentlichung erschien.

„Rewrite“ eröffnet das Album und zeigt gleich mal Stil, Stärken und Schwächen der Dame auf. Die Musik wird sehr vom treibenden, aber ruhigen Beat getragen. Wer jetzt an Techno oder Uptempo denkt wird enttäuscht. Es ist größtenteils normales Schlagzeug, wenn auch der Computer sehr wichtig für die Kompositionen des Albums war. Das hört man schon heraus. Feine Gitarrenklänge, die auf ungewohnte Art daherkommen unterstützen den Hauptpart des Unternehmens Sia: Die Sängerin selbst. Als Solokünstler muss man heutzutage meist eine besondere Stimme mitbringen und ähnlich wie Norah Jones, Katie Melua oder die schon erfahrenere Aimee Mann sucht sich Sia ihren Stil. Sie raubt ihrer eigenen Stimme immer wieder Kraft ohne die Melodie oder den Ton zu verlieren. So schafft sie auf ihre Weise eine ganz besondere Spannung, die manchmal an Martina Topley-Bird erinnert, auch wenn diese mit mehr Kraft in der Stimme arbeitet.

Auch in „Sunday“ bleibt das treibende Schlagzeug erhalten, soweit es sich durch den Großteil des Albums zieht. Die Komponente hier, sind Streicher, welche das Soundpaket atmosphärisch untermalen. Dieses wäre eines der Lieder, was durchaus eine Single in den Charts sein könnte. „Breathe Me“ ist ebenfalls streichergestützt und erinnert vom Aufbau an die stärkeren Tage Didos. Anschließend daran findet sich eine echte Songwriterperle in „The Bully“, welches neben einem herrlichen Refrain und der Gänsehautstelle überhaupt („I wish I had taken you in my arms“) überzeugt. „Sweet Potato“ wirft dann weitere Parallelelen zu Dido auf und es fällt auf, dass Sia auf mit voller Stimme gut singen kann. Gegen Ende überzeugt sie dann sogar mit mehr als voller Kraft.

Teilweise ist es wirklich nur der Gesang, der Sia noch von Dido unterscheiden lässt („Don't Bring Me Down“ „The Curch Of What’s Happening Now“). Ob das jetzt gut oder schlecht ist, darüber muss man selber urteilen. Ihr eigener Stil zeichnet sich dann immer wieder mehr aus, wenn die Gitarre wieder ihren klimpernden Einsatz bekommt wie z.B. in „Numb“. Das wirklich gelungene Ende bildet „Where I Belong“. Hier verbinden sich die Stärken aus Songs wie „Sunday“, Rewrite“ oder „The Bully“ und auch wenn der Chorus überhaupt eine Stärke Sias ist, übertrifft sie sich im letzten Stück noch einmal selbst. So bleibt festzuhalten, dass Minogue nicht der einzige erwähnenswerte Name von „der anderen Insel“ ist. Es gibt noch viel zu entdecken jenseits und vielleicht auch irgendwo im Outback. Sias zweites Album ist noch viel zu unbeachtet von den Massen, sollte aber wenigstens als ein Geheimtipp gewürdigt werden. Wie sie wohl sagen würde: „So don’t treat me bad; Just be glad; I am Strong; I know where I belong”.

Anspieltipps:

  • Sunday
  • Breathe Me
  • The Bully
  • Where I Belong
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