Tommy Reeve - On My Mind - Cover
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Tommy Reeve On My Mind


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn Branchenriese Universal einem Newcomer gleich einen Plattenvertrag anbietet, kann man schon etwas erwarten oder? Tommy Reeve hat nicht nur äußerliche Ähnlichkeit mit Joshua Kadison, der mit seinem einzigen wirklichen Hit „Jessie” nicht nur die Frauen begeisterte, sondern er beginnt seine Karriere auch mit einer Ballade: „I'm sorry” heißt die erste Singleauskoppelung und diese besitzt eindeutig das Zeug zum Erfolgssong. Mit emotionalem Gesang und einer feinen Melodie entwickelt sich der Track zum Ohrwurm, der zurecht hoch in die Charts einstieg.

Tommy Reeve singt zwar englisch, aber er ist waschechter Bayer und wohnt in München. Sein Debütalbum produzierte unter anderem Franz Plasa, dessen Studio in Hamburg durch die Kombination von sehr modernem und herrlich altmodischem Equipment schon die Stars angezogen hat. Plasa produzierte Rosenstolz, Juli, Echt und die internationalen Stars Mariah Carey und Eminem benutzten ebenso seine Tonspuren. Die Unterstützung der bekannten Songschreibern Rick Lawson (Madonna), Martin Harrington (Kylie Minogue), T. M. Stevens (Joe Cocker) und Pete und Charlie (Simply Red) zählt zur üblichen Absicherung der großen Plattenfirma. Tommy Reeve verstand sich aber gleich mit den Promischreibern und ließ sich trotzdem nicht von seinen Vorstellungen abbringen. Im Gegenteil: Der Musiker (Gesang, Schlagzeug und Percussion) komponierte vom Text zum Song alles selbst, wobei er die prominente Hilfe natürlich angenommen hat.

Elf Songs schuf der gut aussehende Reeve und beweist seine musikalischen Qualitäten, die überzeugen können. Der Titelsong „On my mind” groovt ordentlich, die markante Stimme Reeves trägt den mit Geigen versehenen Song, der auch mit Piano, Drums und Gitarre instrumentiert ist und recht flott klingt. Die Fokussierung auf die ausdrucksstarke Stimme fällt bei fast allen Songs auf. „Fall back on me” rockt dann wieder mehr, das steht Tommy Reeve neben den schönen Balladen auch gut. Bei „21st Century” überrascht Reeve mit zwischenzeitlicher Timberlake-Stimmlage, die zwar etwas gewöhnungsbedürftig klingt, doch trotz seines Abwechslungsreichtums erreicht der Song nicht das Niveau der anderen. „Talk to me” setzt den Reigen der rockigen Songs fort, denn Herr Reeve gibt nicht nur seinen traurigen Gefühlen in Balladenform freien Lauf, da werden ausnahmsweise recht harte Gitarrenriffs eingesetzt.

Tommy Reeve besitzt eindeutig Songwritertalent, denn Tracks wie „3 little Words”, das auf extrem leisen Sohlen daherkommt – hier bekommt die etwas höhere Stimmlage wieder ihren Platz – um dann wieder mit Rockelementen aufgepeppt zu werden, fallen schon sehr positiv auf. „3 little Words” ist sehr abwechslungsreich arrangiert und gehört zu den Höhepunkten des Longplayers. Den musikalischen Spagat zwischen den Balladen zum Dahinschmelzen und den Softrocksongs meistert der Münchener sehr gut und er wird garantiert mit seiner Musik erfolgreich werden. Einige etwas schwächere Songs seien ihm verziehen, Tommy Reeve ist auf jeden Fall noch steigerungsfähig und besitzt Talent. Das kann man nicht von allen Newcomern behaupten.

Anspieltipps:

  • I'm sorry
  • Talk to me
  • 3 little words
  • On my mind
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