The Hooters - Time Stand Still - Cover
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The Hooters Time Stand Still


  • Label: Neo/SonyBMG
  • Laufzeit: 49 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Denkt der reife Musikhörer im Alter über 30 an die amerikanische Folkrockband The Hooters, fallen ihm zum einen die unsäglichen 80er Jahre ein, in denen The Hooters noch zu den besseren Kapellen zählten, und zum anderen zeitlose Radiohits wie „All you zombies”, „Johnny B” und „And we danced”. Diese stammen von den drei millionenfach verkauften Majoralben „Nervous Night”, „One Way Home” und „Zig Zag”, die The Hooters zwischen 1985 und 1989 für Columbia Records aufnahmen. Danach wurde es ruhiger um die Band, die Mitte der 90er Jahre auf Eis gelegt wurde, während die beiden kreativen Köpfe, Eric Bazilian und Rob Hyman, als Songwriter für andere Künstler, darunter Joan Osborne („One of us“), Billie Myers („Kiss the rain“), Robbie Williams („Old before I die“) und Amanda Marshall („Believe in you“), große Chartbreaker ablieferten.

Das deutsche Publikum zählt zu den treuesten auf der ganzen Welt. Es kaufte auch die Studioalben der Nach-Columbia-Ära und feierte die Live-Auftritte der Hooters. Kein Wunder, dass das Live-Comeback der Hooters im Jahr 2003 von Deutschland ausging und sich nach und nach über ganz Europa spannte, wo die Band von jeher beliebter war als in ihrer Heimat. Und diese Hartnäckigkeit zahlt sich nun aus. Denn quasi als Belohnung für alle treuen Anhänger und Wegbegleiter steht nun das Platten-Comeback der fünf älteren Jungs aus Philadelphia (neben dem Songwriter-Duo Bazilian/Hyman sind dies John Lilly, David Uosikkinen und Fran Smith Jr.) ins Haus.

„Time Stand Still“ knüpft fast nahtlos an den Sound der drei Erfolgsalben aus den 80er Jahren an. Mit partytauglichen Melodien, die in klassische Folkrock-Gewänder gesteckt wurden, wo Akkordeon und Mandoline gleichberechtigt neben E-Gitarre und satten Drums agieren, präsentieren die Hooters zehn Ohrwürmer (darunter die starke Coverversion des Don-Henley-Klassikers „The boys of summer“), die die Gelassenheit von weit über 20 Jahren Erfahrung im Komponieren und Arrangieren atmen und damit trotz aller Mainstreamverbundenheit erdig und ehrlich rüberkommen. Dazu sind auch kleine Tricks erlaubt. Denn wer wie im absolut grandiosen Schlusstrack „Free again“ so herrlich offensichtlich die Akkorde bei Van Halens „Love walks in“ klaut und durch eine einfache Tempoverschärfung etwas so eigenständiges daraus macht, gehört schon zu den ganz coolen Säuen da draußen!

Fazit: Ein herrliches Déjà-Vu-Erlebnis für die Generation „Ü-30“ und eine gute Erfahrungsmöglichkeit in Sachen Roots-Rock für jüngere Zeitgenossen.

Anspieltipps:

  • I’m alive
  • Free again
  • Time stand still
  • Catch of the day
  • The boys of summer
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