Minus The Bear - Planet Of Ice - Cover
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Minus The Bear Planet Of Ice


  • Label: Undergroove Records
  • Laufzeit: 48 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

„Planet Of Ice“ klingt weit nicht so eisig und ungemütlich, wie es der Albumtitel erahnen lässt.

Seattle lebt! Auch dreizehn Jahre nach dem Tod Seattles vermeintlichen Wunderkindes lohnt es sich durchaus ein Ohr in den Nordwesten Amerikas zu werfen. Minus The Bear verabreichen ihrem experimentellen Rock-Sound eine progressive und psychedelische Note ohne dabei auf die große Melodie zu verzichten.

„Planet Of Ice“, das dritte Studioalbum der Band um Frontbär Jake Snider klingt aber weit nicht so eisig und ungemütlich, wie es der Albumtitel zunächst erahnen lässt. Ganz im Gegenteil. Den meisten der zehn neuen Stücke gelingt es nämlich auf traumwandlerischste Art und Weise, eine bemerkenswerte Wärme und Innigkeit hervorzurufen. Wie auf dem melodischen und unter die Haut gehenden Song “Knights”. Vereinzelt eingestreute Elektrohäppchen und ein fulminant eingängiger Klangreigen lassen bereits jetzt die ersten Eisblöcke dahin schmälzen. War der Vorgänger “Menos El Oso” noch von verkappten und in die Irre führenden Soundpfaden bestimmt, so entwickelt sich nun die Band auch in melodisch-poppiger Hinsicht weiter. Akustisch und intim in Szene gesetzt auf „Part 2“ oder dem hier durch Sniders Stimme so intim runter gedrosselten „Ice Monster“. „Burying Luck“ rockt relaxt eingängig vom Eis und damit das ganze sich dann nicht zu sehr in den harmonischen Eiswüsten verliert, steht auch immer das Gitarrenbrett bereit, um dezent aus dem Popbett rausprügeln zu können.

Rockig und kraftvoll wirbeln auf „Dr.L’Ling“ die Gitarren um sich und zusammen mit dem exzellenten Drumspiel von Trommelmeister Erin Tate wird dieser Song zu einem würdigen Vertreter mitreißenden Prog-Rocks. Auf dem epischen Glanzstück der Platte „Lotus“ werden dann noch einmal alle Geschütze „verkopfter“ Rockmusik aufgefahren. Neun Minuten lang wird jeder auch so kleine Kontinent des Eisplaneten mit Inbrunst beschallt. Mal leise, mal krachend, etwas laut und dann wieder dezent melodiös.

Eine Scheibe wie aus einem Guss. Dynamisch und kraftvoll. Vertrackte, sich festkrallende Gitarrenriffs kombiniert mit futuristisch anmutenden Klangwellen, zerbrechlichern Akustikmomenten, sowie eine gehörige Portion Pop. Minus The Bear kreieren ihre Bandeigene Weiterentwicklung und „Planet Of Ice“ ist ein vorzügliches Beispiel dafür, dass progressive Musik nicht immer anstrengend und schwierig in den Ohren liegen muss.

Anspieltipps:

  • Knights
  • Dr. L’Ling
  • Part 2
  • Lotus
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