New Model Army - High - Cover
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New Model Army High


  • Label: Attack Attack/Rough Trade
  • Laufzeit: 50 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

New Model Army schöpfen auf diesem Tonträger aus dem Vollen und schaffen es nach eher trüben Jahren, wieder deutlichere Akzente zu setzen.

Seit mehr als einem Vierteljahrhundert rütteln New Model Army mit wohl durchdachten politischen Statements und einem als Markenzeichen fungierenden Mix aus Rock, Folk sowie Northern Soul die geneigten Zuhörer wach. Auch wenn die Hochzeit der Band um Justin Sullivan in Form von Alben wie „Thunder And Consolation“ (1989), „The Ghost Of Cain“ (1986) und dem Major-Debüt „No Rest For The Wicked“ (1985) längst verstrichen scheint, haben die Jungs aus Bradford nichts an Relevanz eingebüßt und konnten zumindest durch ihre regelmäßigen Live-Shows im Gespräch bleiben. In größeren Abständen erblickten auch neue Studiowerke, darunter Solo-Alben von Justin Sullivan, das Neonlicht der Plattenläden. Diese konnten jedoch nur mäßig die Öffentlichkeit erreichen. Es bleibt halt alles nah an der Basis, die mit dem zehnten Longplayer „High“ hoffentlich wieder mehr Zulauf bekommt.

Denn was der Mastermind zusammen mit Michael Dean (Drums), Nelson (Bass), Dean White (Keyboard) und Marshall Gill (Gitarre) auf dem neuen Werk fabrizieren, weist eine erhöhte Dringlichkeit vor und kann als eindrucksvoll verbucht werden. Produziert von Chris Kimsey (Rolling Stones, Killing Joke, u. a.) und auf dem eigenen Label Attack Attack veröffentlicht, kommt gleich der Opener „Wired“ als zeitloses Stück Rockmusik mit authentischem Polit-Faktor daher und feiert so einen überaus gelungenen Auftakt. Gitarren-Riffs, geerdet im Rock´n´Roll, und treibende Drums fegen im Einklang mit Sullivans unverkennbarer Stimme über das Land, während für New Model Army so typische Metaphern aus der Natur mit kritischem Anklang die lyrische Stärke untermauern: „The moon rides high on a gunmetal sky, blood of a river a mile wide, I am wired, I am so wired, I am so wired...“

Wildes Tribal-Drumming bei „One Of The Chosen“ lässt die Hymnenhaftigkeit vom Opener in den Hintergrund treten, kann aber ebenso durch eine präsente Dringlichkeit das Herz erobern. Obwohl auf „High“ ganz klar die lauteren Töne dominieren und der raue Sound zum großartigen Gesamteindruck beiträgt, sind es auch feingliedrige Elemente, wie atmosphärische Streicher, die sich wunderbar einordnen und zum Beispiel beim Titelsong eine wohlige Mischung aus Räudigkeit sowie eleganter Schwelgerei beisteuern. Als Fazit sei noch einmal deutlich gesagt: New Model Army schöpfen auf diesem Tonträger aus dem Vollen und schaffen es nach eher trüben Jahren, wieder deutlichere Akzente zu setzen. „Into a new place, pulling myself back. Tasting smoke and blood and burning in my lungs. I´m lying on my left side, I don´t know if I can move. But I can hear myself breathing, I can hear myself breathing!“ („Breathing“).

Anspieltipps:

  • Wired
  • High
  • Sky In Your Eyes
  • Breathing
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