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Diverse Strictly MAW


  • Label: Strictly Rhythm/EDEL
  • Laufzeit: 143 Minuten
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Diverse - Strictly MAW
10 1 6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Das amerikanische Label Strictly Rhythm steht seit Anfang der Neunziger für House-Musik und wurde nach der Übernahme durch Warner Music 2002 eingestellt. Doch zahlreiche Fans sowie Inhaber Mark Finkelstein selbst hielten zumindest in den Gedanken die Label-Größe hoch, bis schließlich Ende letzten Jahres die Rechte, inklusive des markanten Logos und Backkatalogs, wieder auf Mark Finkelstein zurückgingen. Zusammen mit Simon Dunmore stehen nun die ersten Veröffentlichungen in den Startlöchern. Den Anfang macht die Compilation „Strictly MAW“, welche Klassiker des Labels im Mix von Louie Vega und Kenny Dope präsentiert. Auf zwei CDs werden dem House-Fanatiker energische Dance-Tracks um die Ohren gehauen, die sicherlich nur für absolute Genre-Fans zeitlose Leckerbissen sind, jedoch für den allgemeinen Musikliebhaber immerhin die Stilrichtung verdeutlichen und einen guten Einblick in die House-Landschaft bieten.

Beide Mixe sind professionell gestaltet und dramaturgisch intelligent aufgebaut, ohne jedoch besonders viel für den heimischen Genuss zu tun. Das Hauptaugenmerk liegt auf ekstatischen Nächten in den Clubs, die dort begünstigt durch Tribal-Einsätze, markant seelenvolle Vocals und pumpende Beats ein Garant für zappelnde Körper sind. Psychedelisch erfrischen Hall- sowie Distortion-Effekte die Sounds und lockern die zeitweise etwas zu arg drängelnden Beats auf, so dass man auch auf längere Sicht mit dem durchgedrückten Gas-Pedal seine Freude haben wird. Am Stück sind die 140 Minuten für den Heimgebrauch jedoch schwer zu konsumieren, wenn man denn kein ausgewiesener House-Addict ist.

Besonders in den Vocal-House-Stücken ist die Nähe zum Soul und anderen vergleichbaren Spielarten gut zu hören und gibt ihnen einen angenehm warmen Touch, der sich auch in Saxophon-Soli und Samba-Rhythmen äußert. Die vermeintliche Kühle von elektronischer Musik wird so wunderbar ausgebremst und man bekommt das karibische, sonnige Flair dadurch nicht nur in Form mancher Titelbezeichnungen geboten. Als Fazit ist die Rückkehr von Strictly Rhythm positiv zu werten, auch wenn auf dieser Doppel-CD „nur“ Historisches aus der Label-Geschichte zu finden ist. Weitere Veröffentlichungen, wie zum Beispiel das Artist-Album von Onsulade und eine Mix-Compilation von Tiefschwarz werden zeigen, wohin der Weg nach dem Neustart geht. Für den Moment ist „Strictly MAW“ ein guter Querschnitt, doch vor allem aufgrund der strikten Club-Ausrichtung auch nicht mehr.

Anspieltipps:

  • Free (Mood II Swing Extended Vocal Mix)
  • Generate Power (Wild Pitch Mix)
  • Who Dares To Believe In Me? (Da Bass Beats)
  • Freedom (Make It Funky)
  • Beautiful People (Underground Network Mix)
  • The Horn Song (Original Mix)
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