Emigrate - Emigrate - Cover
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Emigrate Emigrate


  • Label: Motor/EDEL
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Nicht nur Rammstein-Fans sollten diese vermeintliche Zwischenmahlzeit antesten.

Während Rammstein eine offensichtliche Pause einlegen, um vielleicht doch noch einmal neue Ideen anzupeilen, schafft sich deren Gitarrist Richard Z. Kruspe mit Emigrate ein weiteres Betätigungsfeld, in dem auch Henka Johansson (Clawfinger) seine geliebten Trommelstöcke schwingt. Im Promo-Text zum selbstbetitelten Debüt-Album spricht Herr Kruspe noch von nahenden Großtaten seines Hauptarbeitgebers, aber die sollen uns hier (zum Glück?) nicht interessieren. Stattdessen kann man festhalten, dass Emigrate mit schnittigen Gitarren-Riffs und industrieller Härte einen wirklich guten Job machen und auch die in Englisch verfassten Lyrics des Wahl-New Yorkers zumindest beim ersten Eindruck munden. Für mehr Eindrücke reicht es dann leider nicht, da die Promo-CD mit 27 Minuten doch etwas schmal bestückt ist. Auf jeden Fall ist die Aussprache von Richard Z. Kruspe um einiges angenehmer als die englischen Ausflüge von Kollege Lindemann, was schon mal für das erste Durchatmen sorgt.

Der Opener und Bandsong „Emigrate“ macht keine Gefangenen und drängt mit brettharten Riffs und pulsierenden Rhythmen nach vorn, wo „Wake Up“ im Stakkato-Takt anschließt, allerdings durch hymnische, mit Hall untermalte Vocals und geschickte Breaks abbremst. So erlebt man einen gelungenen Auftakt, der sich ins Gehirn brennt und zum Glück nicht nur die einseitige Brechstange offeriert. Die von Sascha Moser beigesteuerten synthetischen Elemente fügen sich mit einer gut ausbalancierten Zurückhaltung in das von Drums und Gitarren dominierte Industrial Rock-Umfeld. Im balladesk eingeleiteten und immer wieder zu ruhigen Passagen zurückkehrenden Midtempo-Rocker „Let Me Break“ erkennt man das Potential in Kruspes Stimme und nimmt es in vielen anderen Momenten ebenso deutlich hörbar wahr. Auch wenn die Effekte in seinen Vocals nicht unwesentlich zum starken Auftritt als Frontmann beitragen, ist es auch seine natürliche Ausdrucksstärke, die das Debüt von Emigrate zu einem gelungenen Einstand macht.

Nicht nur Rammstein-Fans sollten diese vermeintliche Zwischenmahlzeit antesten, auch generelle Freunde maschinell erobernder Rockmusik und brachial eingesetzten Riff-Attacken dürfen ihr Gehör auf diesen Erstling richten. Dies ist sicher kein elementares Werk zwischen den derzeit zu vermeldenden Veröffentlichungen, dafür ist das Programm doch etwas zu vorhersehbar und schnell spannungsärmer, aber für ein prägnantes Erlebnis des Moments reicht es in wirklich guter Manier.

Anspieltipps:

  • Wake Up
  • Let Me Break
  • Babe
  • New York City
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