Will Haven - The Hierophant - Cover
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Will Haven The Hierophant


  • Label: Bieler Bros/Rough Trade
  • Laufzeit: 52 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Die vierte Platte der Hardcore-Recken Will Haven ließ lange auf sich warten. Sechs Jahre sind seit dem dritten und letzten Output „Carpe Diem“ vergangen. In dieser Zeit versuchten sich die Bandmitglieder in verschiedenen Nebenprojekten. Doch 2005 fanden Will Haven wieder zusammen. Mittlerweile hat sich Frontmann Grady Avenell wohl endgültig von der Band verabschiedet, um mehr Zeit mit seiner Familie zu verbringen. An seine Stelle ist Jeff Jaworski (ehemals Red Tape) getreten, dessen Shouts denen von Avenell in Nichts nachstehen. Ein guter Ersatz! Chick Moreno von den Deftones, ein guter Freund der Band (Will Haven tourten bereits mit den Deftones durch die Vereinigten Staaten), übernahm zusammen mit Produzent Shaun Lopez (beide kennen sich durch die Zusammenarbeit an früheren Deftones-Scheiben) die Produktion für das Comeback „The Hierophant“.

Der Sound der Truppe aus Sacramento bleibt auch 2007 noch sperrig und eigenwillig. Auch wenn sie eindeutig in die Post-Hardcore-Ecke zu stellen sind, hebt sich ihre Musik durch die erdrückende Schwere und konsequente Behäbigkeit von anderen Hardcore-Bands ab. Man könnte das Ganze schon fast als Doom-Hardcore bezeichnen, so schleppend bewegen sich Will Haven durch ihre persönliche Düsternis. Dementsprechend ist „The Hierophant“ kein leichter Hörgenuss geworden, den Will Haven hier auftischen. Aber mit Fast-Food-Musik hat wohl auch niemand gerechnet. Ganz trocken und unverschönt dröhnen die dreizehn Tracks aus den Boxen und bauen von Beginn an eine morbide Stimmung auf (allein das Cover, das einen bizarren Altar abbildet, auf dem unter anderem ein Totenkopf prangt, sorgt nicht gerade für Wohlbehagen). Dabei sind der Opener „Grey Sky At Night“ und das abschließende „Dark Sun Sets“ reine Instrumentalstücke.

Vertrackte Rhythmen, scheppernde Drums, schleichende Breaks und Jaworskis energisches Organ erfordern die ständige Aufmerksamkeit des Zuhörers. Das ist es auch, wovon Will Havens Musik lebt, denn wirklich neu und bahnbrechend klingt es nicht, was hier geboten wird. Zudem hält sich die Abwechslung dadurch in Grenzen, dass sich das Tempo der Songs maximal im Midtempo-Bereich befindet und der Ausdruck der gesamten Tracks nun mal auch ewig der gleiche bleibt. Trotz dieser Kritikpunkte ist dabei aber allemal ein grundsolides Postcore-Album herausgesprungen – wenn man sich die Zeit nimmt, komplett in die düstere Welt der Kalifornier einzutauchen.

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