Madina Lake - From Them, Through Us, To You - Cover
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Madina Lake From Them, Through Us, To You


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 42 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
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Die Geschichte der Gründung von Madina Lake klingt anfangs ein wenig an den Haaren herbeigezogen: Zwei Brüder, nennen wir sie Nathan (Gesang) und Matthew Leone (Bass), fassen den Entschluss eine Rockband zu gründen. Der einzige Stolperstein für die aus Chicago, Illinois stammenden 20jährigen ist das fehlende Geld. Also nehmen sie ihren ganzen Mut zusammen und bewerben sich bei „Fear Factor“, einer amerikanischen TV-Sendung, wo Menschen abartige Dinge (wie z.B. Maden essen) bewältigen müssen um letztendlich das Preisgeld von 50000 Dollar einsacken zu können. Die Leones halten durch und trotz einer ordentlichen Magenverstimmung und dem Klopfen an die Tür des Todes, kaufen sie sich Mikros, einen Tourbus und nehmen die nächste Herausforderung, einen Plattenvertrag, an. Diesen spendieren ihnen Roadrunner und der Erstling „From them, through us, to you“ wird mit Hilfe von Mark Trombino (Jimmy Eat World, Blink 182) aufgenommen.

Was nach einem brillant erzählten Märchen für die angeblich stark suizidgefährdete Emo-Gemeinde klingt, ist trotzdem Realität und wirklich passiert. Dafür gebührt den zwei Brüdern schon einmal großer Respekt, die Musik auf ihrem Debüt ist trotzdem nicht mehr als ein gut gemeinter, feuchtfröhlicher Emo-Cocktail, der aus den derzeit angesagtesten Drama Queen-Bands wie My Chemical Romance oder Panic At The Disco gemixt wurde. Gelegentlich scheint die popige Seite im Stil von Fall Out Boy durch oder der um Mateo Camargo (Gitarre) und Daniel Torelli (Schlagzeug) vervollständigte Vierer rotzt dem Hörer ein heißes Rockeisen der Marke Billy Talent um die Ohren, dass es nur so kracht. Das dabei natürlich die Eigenständigkeit auf der Strecke bleibt, braucht nicht erwähnt zu werden.

Überhaupt ist Sänger Nathan stets darum bemüht einen zweiten Gerard Way abzugeben, was ihm in Songs wie „Me vs. The world“ oder „Pandora“ auch sehr gut gelingt. Ob das letztendlich für den kreativen Prozess der Truppe sinnvoll ist, bleibt ihnen überlassen. Fakt ist, dass „From them, through us, to you“ einige gute Momente wie die voller Wehmut vorgetragenen Stücke “Adalia”, „Morning sadness“ oder „True love“ hat, alles in allem ist das Debüt aber keineswegs herausragend und kommt zu keiner Zeit an die perfekt in Szene gesetzte Theatralik eines „My Chemical Romance“-Outputs ran.

Anspieltipps:

  • Adalia
  • True Love
  • Morning Sadness
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