Amorphis - Silent Waters - Cover
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Amorphis Silent Waters


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 46 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Fans der melancholisch rockenden Metal-Truppe können bedenkenlos zugreifen.

2004 dürfte es die Damen und Herren bei Nuclear Blast mächtig auf den Arsch gesetzt haben. Zwar holte das in Donzdorf ansässige Label mit Amorphis wieder einen umsatzträchtigen Act (vom Major Virgin) zurück ins Boot, doch der Ausstieg des langgedienten Sängers Pasi Koskinen folgte auf dem Fuß und die Suche nach einem Nachfolger stellte sich als schwerer heraus als gedacht. Glücklicherweise komplettierte Tomi Joutsen nach über einem halben Jahr wieder das Line-Up der finnischen Truppe und das mit ihm eingespielte Album „Eclipse“ erfüllte mit Platz 1 in Finnland alle Erwartungen des Labels. Mit der bislang achten Scheibe „Silent waters“ im Gepäck wollen Tomi Koivusaari (Gitarre), Esa Holopainen (Gitarre), Niclas Etelävuori (Bass), Jan Rechberger (Schlagzeug) und Santen Kallio (Keyboard) nun an den Erfolg des Vorgängers anschließen.

Angesichts des Materials, das einem die sechs Finnen um die Ohren schmeißen, dürften Zweifel daran völlig unangebracht scheinen, bannen Amorphis schließlich gleich mit „Weaving the incantation“ den Hörer vor die Lautsprecher, das mit einem fabelhaften, zwischen markigen Growls (den Death Metal aus Anfangstagen werden sie wohl nie ganz ablegen), bitterböser Stimme und klaren Parts pendelnden Joutsen, düsterer Stimmung und mächtig Druck aus den Boxen zischt. „A servant“ legt tempomäßig noch ein Schippchen zu und mündet in den hymnischen und stark melodischen Titeltrack, der einigen aber wahrscheinlich etwas zu handzahm und glatt sein dürfte. Die nachfolgenden Stücke „Towards and against“ und „I of crimson blood“ vermischen dann ein weiteres Mal die Trademarks der Band zu einem sinnvollen Ganzen, während das balladeske „Her alone“ durch wehmütige Gitarren und der ergriffenen Stimme von Sänger Tomi für Gänsehaut sorgt.

Im etwa dreiminütigen, akustisch gehaltenen „Enigma“ kehren Amorphis ihre Wurzeln nach außen und bieten finnische Folklore par excellence um mit „Shaman“ die Instrumente wieder einzustöpseln und indische Klänge einer Sitar sowie einer Querflöte mit den ihren zu verweben, was das Stück trotzdem nicht vor einer gewissen Beliebigkeit rettet. Leider kann auch „The white swan“ nicht ausnahmslos beeindrucken, während der Abschluss mit dem anfangs noch zurückhaltenden „Black river“, das erst ab der Hälfte und somit durch das Anziehen des Tempos seine Stärken offenbart, perfekt gewählt ist. Somit können Fans der melancholisch rockenden Metal-Truppe bedenkenlos zugreifen, solche die noch nicht in die Materie der Finnen eingedrungen sind, sollten jedoch vorher vielleicht besser ein Ohr riskieren.

Anspieltipps:

  • Enigma
  • Her Alone
  • Black River
  • Weaving The Incantation
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