Culcha Candela - Culcha Candela - Cover
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Culcha Candela Culcha Candela


  • Label: Urban/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 52 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein richtig ausgereiftes Album, das den Spaß nicht auf der Strecke lässt.

Kaum eine Radiostation, die momentan nicht auf der „Culcha-Welle“ mitschwimmt: Welche Frequenz man auch einschaltet, andauernd wummern die Takte von „Hamma!“ aus den Boxen - der Überraschungserfolg dieses Sommers. Für die Jungs von Culcha Candela wird dies wie für viele ihrer Fans eine dicke Überraschung gewesen, markierte die Singleauskopplung doch erst den Anfang für das noch folgende Album, welches seinen Namen mit dem der Band teilen soll. „Culcha Candela“ ist das mittlerweile dritte Album der sieben Jungs aus Berlin nach den Longplayern „Union Verdadera“ und „Next Generation“. Mit der Veröffentlichung von „Hamma!“ wurden an den Neuling große Erwartungen geknüpft, die es nun zu bestätigen gilt.

So ist eben dieser Song auch der Opener der Platte – hierüber noch viele Worte zu verlieren hieße Eulen nach Athen tragen, da es mittlerweile wohl kaum jemanden gibt, der diese Partynummer noch nicht gehört hat. Die gleiche Linie verfolgt „Chica“, das in ähnlicher Weise zum Tanzen animiert. „Besonderer Tag“ ist eine richtige Wohlfühlnummer, die das Tempo zugleich ein wenig raus nimmt. „Strech Your Mind“ knüpft mit dumpf dröhnendem Bass wieder an den Anfang der Scheibe an, bevor „Ey DJ“ wieder mit aller Kraft in die Party-Schiene schlägt. In „A Who“ wird Zweierlei ersichtlich: Zum einen schreiben die Jungs von Culcha Candela nach wie vor richtig gute, inhaltsstarke Texte, zum anderen hat sich ihr Stil von Reggae mehr in Richtung HipHop entwickelt, was in mehreren Tracks deutlich wird. Die angesprochenen textliche wird auch im psychedelisch beginnenden „African Children“ ersichtlich. „Quisiera“ ist ein Mittelding zwischen den langsameren sowie den deutlich auf Party ausgerichteten Tracks – wie beispielsweise „90-60-100“, der mit seinem einnehmenden Groove richtig Laune bereitet. „Krayzee“ hält was es verspricht, wirkt im Verhältnis zu den anderen Tracks zugleich deutlich düsterer und bricht den Stil der bisherigen Songs ein wenig.

„Tara“ ist der Beweis, dass die Jungs im Vergleich zu früheren Scheiben erwachsener geworden sind – textlich klasse, musikalisch wirklich schön umgesetzt und auch stimmlich überzeugt die Combo hier. Auch „Vitamina“ lässt es etwas ruhiger angehenbevor mit „Revolution“ wieder etwas mehr die Ska-Schiene bedienst wird. Schlusspunkt und zugleich heimliches Schmuckstück der Platte ist „Extranjero Soy“: Eine schöne Melodie, eine an Flamenco erinnernde Gitarre – das passt. Insgesamt schaffen die Jungs von Culcha Candela es recht eindrucksvoll der Einordnung in die „Party-Musik-Schiene“ zu verhindern: Das schaffen sie durch intelligente Texte, stilsichere Kombination verschiedener musikalischer Einflüsse und einer spürbaren Freude an vertrackten Rhythmen. Der einzige Wehrmutstropfen ist, dass der Reggae-Einfluss, wie er für das Erstlingswerk „Union Verdadera“ noch kennzeichnend war, an der ein oder anderen Stelle doch deutlich vermisst wird. Unterm Strich liefern Culcha Candela ein richtig ausgereiftes Album ab, das aber zugleich den Spaß nicht auf der Strecke lässt und beweisen somit, dass nicht nur die Single „Hamma!“ ist.

Anspieltipps:

  • Hamma!
  • Tara
  • Extranjero Soy
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