La Vela Puerca - El Impulso - Cover
Große Ansicht

La Vela Puerca El Impulso


  • Label: Universal Records
  • Laufzeit: 48 Minuten
Artikel teilen:
8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Zugegeben: Der Name „La Vela Puerca“ wird auf den ersten Blick nicht jedem Hörer eine dazugehörige Band vor Augen führen. Hierbei handelt es sich um einen der Export-Schlager der uruguayischen Musikszene, welche gerade im Ska-Bereich beachtlich Dampf hat. Im Jahre 1995 gegründet war es den Jungs aus Montevideo immerhin schon gegönnt als Support der Ärzte aufzutreten – die dies im Gegenzug auf einer Tour durch Südamerika kurzerhand umdrehten und als Vorband für La Vela Puerca auftraten.

„El Impulso“ ist das nunmehr fünfte Album der Combo um Sänger Sebastián Cebreiro und schickt sich nun an auch in Deutschland eine größere Anhängerschaft zu finden. Versucht wird dies mit einem flotten Mix aus Ska und einer Prise Brass-Rock, der sich doch deutlich vom bekannteren Latin Ska distanziert, wie er noch durch Los Fabulosos Cadillacs geprägt wurde.

Der Opener „Frágil“ kommt anstatt dessen poppig-fröhlich rüber, auch wenn eine gewisse Härte von Seiten der Saitenfraktion durchaus erhalten bleibt. „El ‚Senor‘“ kommt etwas düsterer daher, behält das flotte Tempo der vorangegangenen Nummer aber bei, an die „Su Racion“ direkt wieder anknüpft und die Stimmung umgehend erneut aufhellt. „Neutro“ ist wiederum etwas melancholischer und tritt auch vom Tempo etwas mehr auf die Bremse. „Me Pierdo“ ist anschließend deutlich heller und schneller, verfügt zudem auch über mehr Punch im Bass als die vorigen Stücke. „Clones“ unterscheidet sich stilistisch etwas von den bisherigen Songs, hört man hier doch erstmals auch die Akustikgitarre, was dem Track eine durchaus balladeske Note verleiht. Das folgende „Colabore“ ist ein „Gute-Laune-Song“ der den Hörer wieder auf die Höhe des Geschehens katapultiert bevor mit „Para No Verme Más“ wieder Balladenzeit ist.“Con El Destino“ erinnert dann mehr an die Anfänge der Platte, ebenso wie „Sanar“, in dem endlich einmal der Bläsersatz richtig zur Geltung kommt. „Pino“ nimmt das Tempo wieder ein wenig raus, gefällt aber durch eine sehr schöne Bassline sowie äußerst weichen Gesang. „La Sin Razón“ gibt zum Abschluss nochmal richtig Gas bevor mit „Hoy Tranquilo“ ein ruhiges Schlusspunkt unter die Scheibe gesetzt wird.

Nach 13 Songs war es das dann auch schon. Schade, denn was „La Vela Puerca“ hier vorlegen passt vom ersten bis zum letzten Takt: Ein sehr ausgewogener stilistischer Mix, der zwar mit Latin Ska nicht mehr sonderlich viel zu tun hat, dem man dieses „Manko“ aber gerne nachsieht. Denn die Scheibe macht mit ihren Wechseln zwischen schnellen, teils richtig bissigen Nummern auf der einen sowie den melancholischen, ruhigen Songs auf der anderen Seite richtig Spaß und verspricht auch live ordentlich abzugehen. Einziger Wehrmutstropfen: Der Bläsersatz kommt etwas zu kurz, von dem hätten wir gern mehr gehört – aber vielleicht ist das dann der Überraschungseffekt on stage. Somit bleibt uns nur ein sehnsüchtiges Warten auf die nächste Tour – und bis dahin viel Freude mit diesem Album.

Anspieltipps:

  • Frágil
  • Su Racion
  • Me Pierdo
Neue Kritiken im Genre „Ska“
Diskutiere über „La Vela Puerca“
comments powered by Disqus