Five! Fast!! Hits!!! - Brothers From Different Mothers - Cover
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Five! Fast!! Hits!!! Brothers From Different Mothers


  • Label: Constant Mesh/Groove Attack
  • Laufzeit: 38 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Song beginnt. Eingängige Gitarren, frischer Basslauf und knackiges Schlagzeugspiel. Wenig später setzt Gesang ein, oder besser, ein Gejaule, aber eins ist klar: hier wird luftig leichter Rock gespielt, der den Ausübenden mindestens genauso viel Spaß macht, wie den Hörenden. Der Aufbau stachelt an, die Melodien überzeugen auf ganzer Linie, der Takt bringt es auf den Punkt. Oh, und dieser Refrain, dieser fesselnde Refrain, den man bereits vom ersten hören an verflucht, weil man genau weiß, dass er einen die nächsten Tage hartnäckig verfolgen wird. Wie war das, was singt der da? Der Text, ein gelungener Mix aus jugendlicher Tollpatschigkeit und melancholischem Selbsterfahrungstrip. Bleibt hängen, eignet sich zum mitgrölen oder alternativ auch zum weisen nicken ob der wahren Worte.

Es ist schon ein kleines Wunder. Woher nehmen diese Briten beziehungsweise britischen Schweden nur diese Spritzigkeit, diese Intuition für die richtige Melodie zur richtigen Zeit? Im Grunde sind es Alltagsthemen, nichts Außergewöhnliches. Liebe, Leben, das Leben lieben und auch hassen, abstürzen, wieder aufstehen und das Ganze noch mal von vorn. Es wird dennoch nie langweilig, warum nicht? Wie kann es sein, dass verzerrte Gitarren immer und immer wieder Leute von den Höckern dieser Welt reißen, als ob es die neueste Erfindung unserer Zeit wäre? All diese Johnny- und James-Frontmänner, wie schaffen die es, in jedem Jahrzehnt Millionen von weiblichen Herzen zu brechen? Diese oder ähnliche Gedanken beschäftigen mich, seit dieses Album läuft. Bereits die ersten Töne machen reinen Tisch, in dem sie ankündigen: „Mach dich locker, wir wissen, was wir hier tun.“

Was folgt, ist der Blick auf die Hardfacts dieser Formation: Five! Fast!! Hits!!! Ach richtig, Selbstbewusstsein, wie konnte ich DIESEN bedeutsamen Faktor vergessen, unabdinglich für wahren Rock’n’Roll. Aber kein „The“ im Titel, erste Verwunderung kommt auf. „Brothers From Different Mothers“ musizieren hier, netter Titel. Bleibt die Frage, aus welchem Teil Englands die genetisch nicht miteinander Verwandten stammen. Aus München also, ist ja witzig, in Deutschland gibt es auch eine Stadt, die so... MÜNCHEN? Diese Musik is made in Germany? Ja, ist das nicht wunderschön!?! Es geschieht selten, dass deutsche Musiker so unverkrampft zu Werke gehen, wie die vier Buben aus unseren Landen. Wenn es dann aber passiert, dann hält man es kaum für möglich.

Live erprobt sind Five! Fast!! Hits!!! ebenfalls schon, als Anheizer für Art Brut legten sie sich ordentlich ins Zeug und ernteten viel Lob (auch von britischer Seite) für ihre Arbeit. Es ist nicht ratsam, an dieser Stelle besondere Leckerbissen des Albums zu nennen, denn es reihen sich Stück an Stück kleine Rockperlen aneinander, die nicht getrennt werden sollten. Mal mit ordentlich Katerstimmung gespickt, dann wieder mit dem ersten Bier in der Hand, diese Musik hat stets Profil. Bleibt zu hoffen, dass das Können dieser vier Talente ein Ansporn für weitere Projekte dieser Art ist. Jetzt muss man nämlich nicht mehr so weit fahren, ehe man einen beziehungsweise vier Experten gefunden hat, die man fragen kann: „Hey, sagt mal, wie macht ihr das eigentlich?“

Anspieltipps:

  • Mr. Marone
  • Bad Bargain
  • Kick & Rush
  • It Won't Be The Same
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