Athlete - Beyond The Neighbourhood - Cover
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Athlete Beyond The Neighbourhood


  • Label: Parlophone/EMI
  • Laufzeit: 46 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Wie beginnt man die Arbeit an einem Album, wenn die Vorgängerscheibe – im Übrigen völlig zu Recht – von Kritikern zu dem Besten gezählt wurde, was Großbritannien zu jenem Zeitpunkt zu bieten hatte? Welchen neuen Anforderungen stellt man sich, wenn man mit dem Nummer-Eins-Hit „Wires“ eine der berührendsten Balladen der letzten Jahre geschrieben hat? Im Fall von Athlete begeht man die nächsten Schritte äußerst resolut; heißt: Ein eigenes Studio wird gekauft. Die vier Freunde aus London konnten sich somit zum einen bei den Aufnahmen so viel Zeit nehmen wie sie wollten und hatten zum Anderen freien Zugriff auf alle Soundeffekte und Tüfteleien, die sich in einem Tonstudio finden lasse.

Was daraus entstehen kann, zeigt sich deutlich hörbar auf dem nun mittlerweile dritten Album von Athlete: „Beyond The Neighbourhood“. Im Speziellen beim Einstiegssong „In Between 2 States“ wird man Zeuge eines gesanglosen Effekt-Experiments, welches den Sprössling gelungen einleitet. Zeitig wird klar, dass die Band um Gitarrist und Sänger Joel Pott stilistisch eher an dem Erstling „Vehicles And Animals“ anknüpft und nicht versucht, eine zweite „Tourist“-Platte zu produzieren. Dort, wo „Tourist“ mit seinen bittersüßen Popmelodien unmittelbar über die Hörgänge ins Herz trifft, zeigt sich „Beyond The Neighbourhood“ vorerst verschlossener. Bis auf wenige Ausnahmen erschließt sich erst nach mehreren Hördurchläufen die Größe und Anmut der einzelnen Songs.

Es ist unmöglich, die schier unzählbaren Effekte auf diesem Album beim ersten Hören zu erfassen, beziehungsweise glaubt man zu irren ob der Geräusche, die aus den Boxen hallen. Am, ganz nebenbei fantastischen, Ende von „The Outsiders“ beispielsweise hat man das Gefühl, dass Jemand den Raum betritt oder verlässt und das liegt daran, dass ein Türklappen einen Teil der Soundwand bildet. Jedoch unverwechselbar „athletisch“ geblieben sind die großen Melodien („This Is What I Sound Like“), die lediglich von der samtig, tiefen Stimme Pots übertroffen werden („Airport Disco“).

„A summer here to remember, a summer here to forget“ singt Joel in „Airport Disco“ und in der Tat: Mit dem Kauf dieses Albums holt man sich ganz viel Sommerwärme für die Seele ins Haus und das tröstet etwas über den sonst ja eher miesen Sommer 2007 hinweg.

Anspieltipps:

  • In Between 2 States
  • Airport Disco
  • The Outsiders
  • This Is What I Sound Like
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