Paul Van Dyk - In Between - Cover
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Paul Van Dyk In Between


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 78 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Paul van Dyk ist zweifelsohne einer der besseren heimischen Dj´s und Produzenten elektronischer Musik. Das ändert allerdings nichts daran, dass sein neuester Longplayer „In between“ über weite Strecken langweilig und durch gedämpftes Tempo zu unspektakulär ausgefallen ist. Was nicht heißen soll, dass Trance-Tracks im Midtempo-Bereich pauschal schlecht oder gar öde wären, aber durch das Abklappern von sich gleichenden Schemen, Samples und Strukturen verkommt der fast bis zur letzten Minute ausgeschöpfte Silberling schnell zum Ärgernis. Abwechslung wird nur sporadisch geboten und wirkliche Innovationen sucht man in diesem Genre sowieso schon seit Jahren mit der Lupe.

Wenigstens merkt man „In between“ an, dass sich Herr van Dyk für seine 17 Tracks einiges kosten hat lassen, denn beinahe jedes Stück birgt ein neues Feature. Auf „White lies“, der ersten Single und gleichzeitig einem der interessanteren Songs des Albums, hat der gebürtige Deutsche Jessica Sutta von den Pussycat Dolls geangelt, „Complicated“, „Get back“ und „New York City“ bestreitet er gemeinsam mit Ashley Tomberlin, die schon mit Leama & Moor oder Above & Beyond zusammengearbeitet hat, und bei „Get back“ und „In circles“ hat ihm unter anderem der ebenfalls recht erfolgreiche deutsche Dj Alex M.O.R.P.H. ausgeholfen.

Leider ist das bei weitem kein Gütesiegel für abwechslungsreiche elektronische Musik, denn alleine „Complicated“ bietet in der für die Presse abgespeckten Promo-Fassung mit ca. 4 Minuten durch stures Festhalten an einem einzigen Beat (was auch für viele andere Stücke des Albums gilt) ausreichend Potential für eingeschlafene Füße. Unwahrscheinlich, dass jemand die doppelte Länge dieses Stücks, wie sie letztendlich im Handel erhältlich sein wird, ohne weiterzuschalten übersteht. Durch die langsame Gangart entsteht außerdem nach und nach der Eindruck esoterisch-angehauchter Gebetsmusik mit Trance-Schnipseln beizuwohnen.

Doch genug kritisiert, „In between“ hat auch seine positiven Seiten wie das schon erwähnte „White lies“, das etwas flottere „Another sunday“ oder den clubtauglichen Stampfer „New York City“, die eine deutlich höhere Halbwertszeit aufweisen. Der Rest ist unauffälliger bis passabler Durchschnitt, soweit das nach den 27 beschnitten Minuten (die Promo-CD selbst enthielt nur 10 Tracks) bewertet werden kann. Aller Voraussicht nach kann das mehr als doppelt so lange Endprodukt jedoch nichts an diesem Eindruck ändern.

Anspieltipps:

  • White Lies
  • New York City
  • Another Sunday
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