Ben Harper - Lifeline - Cover
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Ben Harper Lifeline


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein richtiger Übersong fehlt dem netten Herrn Harper leider noch.

Die französische Hauptstadt Paris ist das Ziel von Millionen Touristen, die das Flair der Metropole schätzen. Der Musiker Ben Harper erlag nun auch dem Charme der Seine-Stadt und nahm sein mittlerweile neuntes Album in einem kleinen altmodischen Studio auf. Nach monatelanger Welttournee sah sich Harper in der Lage seine musikalischen Eindrücke und neuen Einfälle zusammen mit seiner Band „The Innocent Criminals“ in dieser inspirierenden Umgebung zu verewigen.

Ben Harper musiziert schon seit 1992, aber so richtig ins Blickfeld der Öffentlichkeit geriet er erst durch die temporäre Zusammenarbeit mit seinem Freund Jack Johnson, der unlängst auf einer Erfolgswelle schwamm und den entspannten Songwriterpop wieder chartskompatibel machte. Die Liebe zur Gitarre, die er schon seit frühester Kindheit beherrscht, ist unüberhörbar und bei seinem musikalischen Potpourri aus Gospel, Funk, Soul, Jazz, Blues und Country erkennt man schnell das Songwritertalent des Amerikaners. Ben Harper gibt seiner Stimme schwere Aufgaben: „Lifeline“ klingt so ruhig und der Gesang wirkt so zerbrechlich, da wird die Akustikgitarre von der guten Stimme geführt und in den Hintergrund gedrängt, eine reife gesangliche Leistung des 38-Jährigen.

„Needed you tonight“ trägt Harper dagegen mit soulig kräftiger Stimmfarbe vor, da groovt es ordentlich und sein Black-Music-Hintergrund ist unüberhörbar. Den Blues im Gepäck hat „In the Colours“, der Track gefällt mit unaufdringlicher Melodie, die trotzdem haften bleibt. Unauffällig schleichen sich ziemlich viele Tracks in das Langzeitgedächtnis, wenn Ben Harper und seine Band mit viel Herzblut musizieren und Songperlen produzieren, die niemals richtig laut werden. Ein gutes Beispiel stellt „Fight outta you“ dar: Ben Harper und seine Band wickeln eine feine Melodie mit ihren spielfreudigen Instrumenten ein, so gewollt lässig und einfach kann man komponieren.

Auch wenn Ben Harper hierzulande nur wenige kennen, dieses Talent darf nicht übersehen werden. Zwar kommt mit „Paris Sunrise“ auch eine missglückte Jimi Hendrix-Kopie vor, denn die in höchsten Tönen aufheulende Gitarre nervt wirklich, doch die abwechslungsreiche musikalische Mixtur der anderen Songs unterhält den Hörer vorbildlich. Ein richtiger Übersong fehlt dem netten Herrn Harper leider noch. Da wartet noch ein wenig Filigranarbeit auf das musikalische Talent aus Übersee.

Anspieltipps:

  • Fight outta you
  • In the Colors
  • Needed you tonight
  • Lifeline
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