Menomena - Friend And Foe - Cover
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Menomena Friend And Foe


  • Label: City Slang/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 48 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Irgendwie hat das Label ja recht, aber irgendwie auch wieder nicht. Menomena nicht als „Arznei fürs Klimakterium“ zu bezeichnen hat zwar seine Richtigkeit, aber angesichts der Vielschichtigkeit, dem Übereinanderlegen verschiedenster Instrumente oder dem schwer nachvollziehbaren, roten Faden ist „Friend and foe“, der bereits dritte Longplayer des Trios aus Portland, Oregon, eine Platte, die durchaus großes Potential hat, dass es dem Hörer heiß und kalt den Rücken hinunterläuft, nur um ihn dann doch wieder mit gewöhnlicher, musikalischer Kost zärtlich an die Hand zu nehmen und durch ein quietschfideles, kunterbuntes Märchenland zu führen, das sich bereits im Cover-Artwork manifestiert.

Danny Seim (Schlagzeug), Brent Knopf (Gitarre, Bass, Keyboard) und Justin Harris (Gesang, Gitarre, Saxophon, Synthesizer) versuchen einfach alle Sinne anzusprechen, was sich auf dem ganzen Album beispielsweise in einen gelegentlich unheilvoll dröhnenden Bass entlädt, der unbeirrt durch den gesamten Körper fährt und eine interessante Liaison mit den anderen Klängen, die aus den Boxen poltern, eingeht. Da wird dann ordentlich gerockt („The pelican“), zaghaft eine berauschende Klangkulisse aufgebaut („Wet and rusting“) oder nach allen Regeln der Kunst in verschrobener und introvertierter Art und Weise eine Jam-Session eingelegt, bei der zufällig eine Aufnahme zustande kam („Muscle´n flo“). Wenn sich nach dieser zugegeben nicht allzu leichten Kost der ersten Tracks der nachfolgende Song „Weird“ bezeichnet, dann spricht das ebenfalls für den sehr eigenwilligen und bissigen Humor von Menomena.

Und obwohl mancher wirren Komposition oder einem neu erschlossenen Pfad in den unzähligen Abzweigungen eines Tracks nicht immer Folge geleistet werden kann, so ist das Gefühl allgegenwärtig, die Amerikaner wissen durch geschicktes Einstreuen von Anhaltspunkten im Soundgefüge ganz genau, was sie da tun. Zwar fällt der tagträumerische Eskapismus eines „Rotten hell“ aus dem Rahmen der sonstigen Stücke und auch die (im wahrsten Sinne des Wortes) pfiffige Untermalung in „Boyscoutin´“ ist etwas zu oberflächlich gewählt, aber ein sich allen Schubladen entziehendes Stück wie „Evil bee“, das mal französisches Flair besitzt, kurz in klassische Gefilde aufbricht um dann mit Perkussion und Saxophon ein multiples Hörerlebnis zu erzeugen, zeugen von der Klasse und dem Ideenreichtum des Dreiers, das unerschöpflich zu sein scheint.

Anspieltipps:

  • My My
  • Evil Bee
  • The Pelican
  • Wet And Rusting
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