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Witt Auf Ewig: Meisterwerke


  • Label: Primadonna/EDEL
  • Laufzeit: 74 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn der ehemalige „Neue Deutsche Welle“-Star Joachim Witt (58) von Meisterwerken spricht, meint er vornehmlich seine „Bayreuth“-Trilogie, die Ende der 90er Jahre äußerst erfolgreich startete, weil die Klänge der wagnerianisch-wittschen Electro-Romantik-Metal-Marschmusik den damals offenbar etwas merkwürdigen Nerv der Zeit trafen.

Mit „Die Flut“ im Duett mit Peter Heppner von der Band Wolfsheim landete der „Goldene Reiter“ einen Nummer-2-Hit und „Bayreuth I“ (1998) erhielt eine Goldene Schallplatte. Etwas weniger brachial fiel der Nachfolger „Bayreuth II“ (2000) aus, der mit „Batallion d’Amour“ einen weiteren Singlehit hervorbrachte. Fünf Jahre sollte es danach dauern, bis „Bayreuth III“ 2005 in die finale Runde ging und die Werkreihe beendete.

Doch Schluss ist erst, wenn der Schiedsrichter pfeift. Und deshalb tischt uns Joachim Witt mit „Auf Ewig: Meisterwerke“ völlig überraschend seine persönlichen Höhepunkte aus allen drei „Bayreuth“-Alben (und ein bisschen mehr) in neu abgemischten, teilweise sogar umarrangierten Klanggewändern auf. Darüber hinaus gibt es mit „Weh-oh-Weh“ und „Unsere Welt“ zwei nagelneue Songs sowie upgedatete Versionen von „Goldener Reiter“ (im Neuzeit Mix), „Herbergsvater (Tri-Tra-Trul-La-La)“ (im Danzmusik Mix) und „Supergestört und superversaut“ (im OOMPH!-Remix).

So weit, so gut – und doch so wenig sensationell. Denn neue Freunde wird Herr Witt auch mit den mehr oder weniger dezent überarbeiteten „Meisterwerken“ aus dreimal Bayreuth nicht finden. Dazu bleiben die Wurzeln seiner Lieder zu sehr in einem „lieb mich oder hass mich“-Korsett aus stumpfen Metal-Gitarren und technoiden Beats aus der Abteilung „es marschiert ein Trupp nach nirgendwo“ stecken. Oder anders gesagt: Wem bei Titeln wie „Die Flut“, „Eisenherz“ oder „Und ich lauf“ in der Vergangenheit ein komisches Bauchgefühl beschlich, weil ihm die Kombination aus rollendem R und pseudo-romantischen Texten politisch fragwürdig erschien, wird auch mit dem Rest auf dieser „Best Of“-Scheibe seine Schwierigkeiten haben. Denn ganz ehrlich, lyrische Ergüsse wie diese machen einem einfach nur Angst: „Ich spreng’ den Tag und fütter die Nacht / Ich ring’ nach Luft, wie andere nach Macht / Ich fang den Schuss mit meinem Gehirn / Ich fühl’ mich fremd auf diesem Gestirn.“

Anspieltipps:

  • Die Flut
  • Batallion d’Amour
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