Iced Earth - Framing Armageddon: Something Wicked Part I - Cover
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Iced Earth Framing Armageddon: Something Wicked Part I


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 69 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

„Framing Armageddon“ ist mit Sicherheit das bisher schwächste Album von Iced Earth.

Auch wenn die letzte Scheibe „The Glorious Burden“ weltweit respektable Verkaufszahlen aufweisen kann, war sie bei Erscheinen heftiger, teils berechtigter Kritik ausgesetzt. Absolut lächerlich war wohl das Gemecker an Sänger Tim „Ripper“ Owens, er sei ein unwürdiger Ersatz für seinen Vorgänger Matt Barlow. Der Mann hat schließlich nicht umsonst schon bei Judas Priest mitgemischt. Wesentlich verständlicher war, dass viele etwas an den Songs an sich auszusetzen hatten. Auch wenn einige super Nummern dabei waren, bestand ein guter Teil des Albums aus unnötigem Füllmaterial. Was vor allem Nichtangehörige der amerikanischen „National Rifle Association“ zusätzlich noch sauer aufstoßen ließ, war der weit über das Ziel hinausschießende, pathostriefende Patriotismus der Texte. Zumindest an letzterer Stelle hat sich zum Gück etwas getan.

Die konzeptuellen Lyrics von Science Fiction-Freak Schaffer drehen sich diesmal um die Story voller Aliens, Agenten und Verschwörungen, die er damals 1998 auf dem Album „Something Wicked This Way Comes“ begann. Mit dem, was er sich hier ausgedacht hat, beweist der graumelierte Headbanger durchaus Fantasie, nur scheint er dabei die kreativen Reserven für das Songwriting angezapft zu haben. Nur 12 der 19 Titel auf der CD sind überhaupt auch wirkliche Songs, der Rest besteht aus kleinen Intermezzi. Da sich diese sehr uninspiriert geben, entsteht die eine oder andere Durststrecke zwischen den Tracks.

Wenn man dann mal einen richtigen Song gefunden hat, stellt sich zu oft Enttäuschung ein. Die (übrigens bis auf Schaffer seit dem letzten Album komplett ausgetauschte) instrumentale Fraktion gibt beim typischen Galoppel-Riffing alles, der Ripper ist nach wie vor ein weltklasse Sänger und auch der Sound ist größtenteils über jeden Zweifel erhaben, zündende Momente bleiben trotzdem Seltenheit. Vor allem griffige Hooklines sind größtenteils Mangelware, einige wenige Songs wie „Something Wicked (Part 1)“ oder „Setian Massacre“ bleiben überhaupt hängen, „Ten Thousand Strong“ lässt sogar wieder die alte Größe ein wenig aufflammen. Einsam auf dem Highlight-Thron sitzt „The Domino Decree“, dass gelungen eine Orgel mit in den Sound einbaut, variationsreiches Gitarrenspiel bietet und endlich einmal Gesangslinien hat, die eines Rippers wirklich würdig sind.

Beim restlichen Material ist keinerlei Wiedererkennungswert gegeben, die ambitionierte überlange Powerballade „The Clouding“ geht sogar völlig nach hinten los. Ruhig anzufangen und dann plötzlich mit voller Kraft hereinzubrechen, ist zwar ein nicht umonst gern gewähltes Mittel des Songwritings, allerdings wenig effizient, wenn der Hörer bis zu diesem Moment schon eingeschlafen ist. Ganz übel ist auch das zerfahrene „Infiltrate And Assimilate“, bei dem Strophe und Refrain einfach nicht zusammenpassen wollen.

Es fällt schwer zu sagen, besonders wenn man sich auf diese CD richtig gefreut hat, aber „Framing Armageddon“ ist mit Sicherheit das bisher schwächste Album von Iced Earth. Bei dem ganzen Brimborium um das Begleitkonzept bleiben die Songs leider auf der Strecke, was herauskommt ist ein mittelmäßiges Album. Für eine Band mit so vielen Klassikern im Katalog mehr als nur ein Misserfolg. Ein weiterer Wehmutstropfen: Bei dem im Frühjahr erscheinenden Nachfolgealbum wird das Konzept von „Something Wicked“ weitergesponnen und somit ist wohl zumindest kurzfristig nicht auf Besserung zu hoffen.

Anspieltipps:

  • Something Wicked (Part 1)
  • Setian Massacre
  • Ten Thousand Strong
  • The Domino Decree
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