Okkervil River - The Stage Names - Cover
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Okkervil River The Stage Names


  • Label: Jagjaguwar/CARGO
  • Laufzeit: 40 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Okkervil River, eine kleine Band aus Texas, gehört zu den Bands, die hoffentlich niemals den Traum des Fans enttäuschen werden.

Der größte Traum eines jeden Fans ist zweifelsohne nicht, dass seine Lieblingsband mal in seiner Stadt spielt und auch nicht, dass sich die Band niemals auflöst. Der größte Traum ist, dass die Band niemals schlechte Musik macht, sich niemals dem Druck außenstehender beugt und niemals Musik als Ware produziert, ohne Herz und Verstand. Und dass sich die Band niemals selbst überschätzt. Alles andere spielt kaum eine Rolle. Bands können schlechtere Alben als die vorigen rausbringen, das macht alles nichts, wenn man nur einen Moment bemerkt, dass sich mehr hinter der Musik verbirgt, als bloß die große böse Plattenfirma. Okkervil River, eine kleine Band aus Texas, gehört zu den Bands, die hoffentlich niemals den Traum des Fans enttäuschen werden. Als 2005 ihr Album „Black Sheep Boy“ erschien wurde die Band mit Lob überschüttet und von den Fans leicht kritisiert, denn ihr zwei Jahre früher erschienenes Album „Down The River Of Golden Dreams“ war ein kleines bisschen besser als das Konzeptalbum über einen traurigen Jungen, der auszog die Welt zu erkunden und sich nicht unterdrücken zu lassen.

Die große Plattenfirma haben Okkervil River hinter sich gelassen. Das Major-Label Virgin/EMI veröffentlichte „Black Sheep Boy“ in Europa, verlor aber kurze Zeit später das Interesse. Ein großer Fehler: Mit den fantastischen Kritiken zum Album und treuer Fanbase sollte es nicht lange dauern, bis Okkervil River die gleiche Aufmerksamkeit bekommt wie beispielsweise Bright Eyes. Das neue Album, „The Stage Names“, erschien nun wieder beim alten Weggefährten, dem Label Jagjaguwar. Und trotz der anfänglichen Enttäuschung beim Hören des neuen Albums, ist es der Band wieder gelungen eine großartige CD zu produzieren. Allein der Opener „Our Life Is Not A Movie Or Maybe“ versetzt den Hörer in den unvergesslichen Okkervil River-Moment, den man nur kennen kann, wenn man mit geschlossenen Augen die Musik über halboffene Kopfhörer hört und sich dabei das Herz öffnet, alles abfällt und doch die Stirn in Falten hinterlässt. Musikalisch gesehen, hat sich die Band um Songwriter Will Sheff sehr verändert. Nicht nur, dass es viel fröhlicher wirkt („You Can’t Hold The Hand Of A Rock And Roll Man“) sie ist auch wesentlich verspielter, wie z.B. „Girl in Port“, das dem Hörer jegliche Hookline zum Refrain versagt und dennoch wunderbar im Ohr bleibt.

Dennoch bleibt die Melancholie niemals ganz verloren. So singt sich Sheff durch den tragischen titelgebenden „Title Track“ und landet bei „John Allyn Smith Sails“, mit dem alle Okkervil River-Fans getröstet werden, die gerade zum ersten Mal das Album durchgehört haben und noch gar nicht wissen, dass sie in den nächsten Wochen nicht mehr ohne „The Stages Names“ auskommen wollen.

Anspieltipps:

  • Our Life Is Not A Movie Or Maybe
  • A Hand To Take Hold Of The Scene
  • Girl In Port
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