Fictionplane - Left Side Of The Brain - Cover
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Fictionplane Left Side Of The Brain


  • Label: Bieler Bros/Rough Trade
  • Laufzeit: 43 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Fictionplane ist eine junge Rockband aus London, England. Sie besteht zurzeit aus drei Musikern: Seton Daunt (Gitarre), Pete Wilhoit (Drums) und einem gewissen Joe Sumner als Sänger und Bassisten. Das Trio lässt nach dem von David Kahne (Sublime, The Strokes, Regina Spektor) produzierten Majordebüt „Everything Will Never Be OK” (03/2003) nun seinen zweiten Longplayer „Left Side Of the Brain“ folgen. An den Reglern saß mit Paul Corkett (Björk, Tori Amos, Radiohead) wiederum kein minder bekannter Produzent. Und auf Tour gehen Fictionplane mit The Police.

Da darf sich der interessierte Musikfan wohl mit recht fragen, wie das sein kann: Ein Majorvertrag gleich beim Debütalbum, grundsätzlich Top-Produzenten am Start, Tour-Support einer der größten Rockbands aller Zeiten – und (sorry!) keine Sau hat je etwas von der Gruppe gehört. Die Antwort darauf mag gemein sein, aber Sänger/Bassist Joe Sumner ist nun mal der Sohnemann von Gordon Sumner alias Sting – ein Musiker, der keinem Menschen vorgestellt werden muss, der das Musikgeschehen der vergangenen 25 Jahre verfolgt hat. In solchen Fällen schlägt Name prinzipiell Talent, wobei es dem jungen Herrn und seinen beiden Mitstreitern grundlegend nicht an selbigem mangelt. Der gute Sumner Jr. bringt hat sogar die markante Stimme seines Vaters geerbt. Und zwar eins zu eins. Kein Unterschied erkennbar. Man höre nur exemplarisch den Titel „Death machine“ – und behaupte keiner, er würde NICHT auf Sting als Sänger tippen!

Keine Frage, dass Plattenfirmen unter solchen Voraussetzungen steil gehen, wobei nicht bekannt ist, ob Joe Sumner tatsächlich nicht anders kann oder mit voller Absicht wie sein alter Herr klingt. Ist ja auch egal. Denn Söhnchen unterscheidet sich zumindest instrumental vom Schaffen des guten Sting – betrachtet man die Zeit nach The Police. Dafür hörten Fictionplane bei U2 und deren 80er-Jahre-Sound („Presuppose“, „Cold water symmetry“) sowie Snow Patrol („Cross the line“) ganz genau hin. Und das klingt in der Tat nicht schlecht, aber irgendwie auch farblos. Frage: Sollte sich eine junge Band nicht mit frischen Ideen und weniger offensichtlichen Abkupferungen im Markt etablieren? Denn zieht man all die stilistischen Querverweise im Fictionplane-Sound ab, bleibt am Ende nur stampfender Rock („Anyone“). Und den können andere besser.

Anspieltipps:

  • Presuppose
  • Cross the line
  • Death machine
  • Cold water symmetry
  • Fake light from the sun
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