Epica - The Divine Conspiracy - Cover
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Epica The Divine Conspiracy


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 76 Minuten
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2/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

So sinnlich und verführerisch das Cover des vierten Epica-Werkes auch ist, so vergessenswert ist das musikalische Gut, das einem Simone Simons (Gesang), Mark Jansen (Gitarre, Gesang), Ad Sluijter (Gitarre), Coen Janssen (Piano, Synthesizer), Yves Huts (Bass) und Session-Drummer Arien van Weesenbeek (God Dethroned) auf dem vierten Longplayer „The divine conspiracy“ vorlegen. Da wird im atmosphärischen Opener „Indigo“ ein gelungener Synthie-Teppich ausgebreitet, der von einem sakral anmutendem Chor begleitet wird, nur um diese fabelhafte Stimmung mit dem langweiligen, austauschbaren, sieben Minuten langen „The obsessive devotion“ wieder zunichte zu machen. Wäre das nicht schon genug Grund um der Platte keine weitere Aufmerksamkeit zu schenken, so gesellen sich in diesen Song in weiterer Folge noch tief gestimmte Growls von Jansen hinzu, die stellenweise nicht von einem Knacksen in der Tonspur oder einem beherztem Rülpsen getrennt werden können.

Abgesehen davon scheuen Epica nicht davor zurück ihrem Namen alle Ehre zu machen und Streicher und orchestrales Beiwerk dermaßen inflationär einzusetzen, dass einen die klassischen Instrumente nach kurzer Zeit bei den Ohren raushängen. An Megaseller wie Nightwish oder den fabelhaften, selbstbetitelten After-Forever-Output vom April dieses Jahres kommt „The divine conspiracy“ nicht einmal annähernd ran. Zu klischeehaft sind die einzelnen Stücke angelegt und innovativ oder spannend klingt ebenfalls anders. Simone Simons kann zwar mit ihrer Stimme für einige Akzente sorgen, wie z.B. im durchaus passablen „Chasing the dragon“, ansonsten trennen sie und eine Floor Jansen jedoch Welten.

Das größte Manko an der Scheibe ist aber sicherlich die ausufernde Länge, die beinahe den gesamten Speicherplatz des Silberlings in Beschlag nimmt, wodurch kleine Zwischenspiele wie das mit keltischer Symbolik angereicherte „La fetach chatat rovetz“ oder das kurze, fast ausschließlich von Simone getragene „Safeguard to paradise“, den zähflüssigen Duktus der durchschnittlich sechs bis acht Minuten langen Kompositionen auflockern und somit die interessantesten Titel bleiben. Nach 76 nervenzerrenden, anstrengenden Minuten lässt „The divine conspiracy“ eigentlich nur einen Schluss zu: Die Niederländer wollten die Konkurrenz im Symphonic Metal-Bereich durch einen offensiven Einsatz an klassischer Instrumentalisierung, markigen Growls, sinnlicher Frauenstimme und epischer Länge zu Staub pulverisieren, sind aber daran gescheitert, das alles in ein sinnvolles Konstrukt zu pressen. Zum Glück erscheint in drei Wochen die neue Nightwish „Dark passion play“, die zeigt, wie man diesen Ansatz besser umsetzen kann.

Anspieltipps:

  • Chasing The Dragon
  • Safeguard To Paradise
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