Jeanne Balibar - Slalom Dame - Cover
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Jeanne Balibar Slalom Dame


  • Label: Naive/INDIGO
  • Laufzeit: 44 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Jeanne Balibar brachte es als Schauspielerin bereits zu zwei Nominierungen für den hoch angesehenen Filmpreis „Cesar“ und arbeitete unter anderem für den Science-Fiction Film „Code 46“ mit Kultregisseur Michael Winterbottom zusammen. Ausgelastet scheint sie mit der Schauspielerei jedoch nicht zu sein, denn ihrem Debütalbum „Paramour“ aus dem Jahre 2003 lässt sie nun das Zweitwerk „Slalom Dame“ folgen. Mittlerweile ist es in Frankreich offensichtlich Tradition, als Schauspielerin auch den Gesang zu beherrschen, wie Sandrine Kiberlain oder Julie Delpy zuletzt eindrucksvoll belegten. Möglicherweise hat einst Regisseur Francois Ozon einen großen Teil dazu beigetragen, schließlich wurde sein Welterfolg „8 Femmes“ von den erfrischenden Sangesleistungen der Diven um Catherine Deneuve, Fanny Ardant, Isabelle Huppert & Ludivine Sagnier getragen und bewies noch einmal nachhaltig, wie gerade in Frankreich Gesang und Schauspiel sich gegenseitig bereichern können.

Weniger dem ursprünglichen Chanson Frankreichs verpflichtet als die vorgenannten Künstlerinnen zeigt sich Balibar in den 11 Songs ihres aktuellen Albums. Zwar erinnert der Auftakt nicht nur wegen seines Titels „Rien“ durchaus ein wenig an die große Edith Piaf, doch betrachtet man das gesamte Werk, ist die Musik, die im Wesentlichen aus der Feder von Rodolphe Burger (bekannt durch Kollaborationen mit Francoise Hardy) stammt, eher in den Bereichen (Art-)Rock und Pop zu Hause. Im düster und roh instrumentierten „Ton Diable“ klingt gar ein wenig Faszination für Grace Jones durch. Zumeist wirken die Titel jedoch eher ihren Texten - für deren Qualität unter anderem die Namen des Autorenduos Fred Poulet und Sarah Murcia bürgen - als den Melodien verpflichtet. Häufig erzählt Balibar ihre Geschichten eher, als dass sie diese wirklich singt, weshalb ihre facettenreiche und manchmal auch laszive Gesangsstimme nur selten durch die Kompositionen trägt.

„Slalom Dame“ überzeugt deshalb vor allem durch seine textliche Eleganz, an der Liebhaber der französischen Sprache viel Freude haben werden. Musikalisch wird „Slalom Dame“ die Welt nicht verändern, doch es ist ihr hoch anzurechnen, dass sie ihren eigenen Weg geht und es sich nicht in jenem Zug gemütlich macht, der den sicheren Erfolg des „Nouvelle Chanson“ derzeit auf bereits etwas ausgefahrenen Schienen durch Europa trägt.

Anspieltipps:

  • Rien
  • L’irreparable
  • Wish U
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