Wolf Maahn - (Un)plugged: Direkt Ins Blut 2 - Cover
Große Ansicht

Wolf Maahn (Un)plugged: Direkt Ins Blut 2


  • Label: Libero/Rough Trade
  • Laufzeit: 114 Minuten
Artikel teilen:
9/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Seit 25 Jahren ist Wolf Maahn (52) nun schon als Solokünstler unterwegs. 25 Jahre, in denen der „Deutsch-Rocker ohne stilistische Fesseln“ weit über 100 Songs auf Platten wie „Deserteure“ (1982), „Maahnsinn“ (1991) und „Zauberstrassen“ (2004) gepresst hat. 25 Jahre, die es dem Wahl-Kölner nach 1993 zum zweiten Mal erlauben ein (Un)plugged-Album aufzunehmen. Wir dürfen vorstellen: „Direkt ins Blut: Teil 2“.

Mit einem Dutzend Studioalben in der Auswahl hat es jeder Künstler schwer, die richtigen Songs für ein Live-Album auszuwählen. Natürlich sollten Fan-Favoriten und Klassiker dabei sein, ein paar Raritäten freilich auch und neuere Stücken dürfen ebenso wenig fehlen – und ehe man sich versieht, stehen 50 Lieder auf der Liste. Kompromissvorschlag: Die Anzahl der Songs wird um ca. die Hälfte reduziert und wir einigen uns auf ein Doppelalbum.

Im Mai 2007 enterten Wolf Maahn (Gesang, Gitarre) und Band (Volker Vaessen am Bass, Christoph Kähler an den Drums, Markus Wienstroer an der Gitarre, Oliver Jäger am Piano und Matthias Krauss an der Gitarre) die legendären Kölner Dierks-Studios, um sich vor einem Mini-Publikum von rund 70 Zuhörern 19 Neuinterpretationen, zwei brandneuen Songs sowie einer Art „Hidden Track“ auf CD Nr. 1 zu widmen. Überschneidungen mit „Direkt ins Blut: Teil 1“? Fehlanzeige! Lediglich als Studio-Bonus-Track kommt das vom ersten „(Un)plugged“-Album bekannte „Ich wart auf dich“ mit Xavier Naidoo, dem rastlosen Sohn Mannheims, als Duettgast zum Einsatz.

Die Kunst bei einem Konzert ist, das Publikum vom ersten Takt an zu erreichen. Kein Warmlaufen, kein Verdaddeln, kein „das wird schon werden“. Dies gelingt Wolf Maahn gleich bei zwei Shows an einem Tag, aus denen letztendlich „Direkt ins Blut 2“ wurde. Mit einer leidenschaftlichen Singer/Songwriter-Mischung aus Rock, Blues, Reggae, Soul und R&B zeigt Maahn dabei seine Vorstellung eines Unplugged-Konzerts, das weder so elektrisch wie weiland Bruce Springsteen rockt, noch so spartanisch und reduziert wie bei Neil Young daher kommt. Irgendwo dazwischen platzieren sich Wolf Maahn und Band – und machen damit alles richtig. Das Publikum frisst der Band aus der Hand, die Atmosphäre ist prächtig und herausragende Stücke wie (u.a.) „Frech und schön“, „Hallo Sehnsucht“, „Treibsand“, „Kind der Sterne“ und „Rebellion“ beweisen, dass handgemachte Musik, dargeboten von Vollblutmusikern, unschlagbar ist.

Zu Feier von Wolf Maahns 25jährigem Bühnenjubiläum dürfen Gäste natürlich nicht fehlen. Und auch hier ist der Überraschungseffekt gelungen. So gibt sich Top-Schauspieler und Tatortkommissar Dietmar Bär die Ehre („Leben und leben lassen“), hat der „Badesalz“-Star Henni Nachtsheim einen Auftritt („Bleib noch hier“) und zeigt der Ausnahmegitarrist Carl Carlton (Udo Lindenberg, Peter Maffay) sein Können an der Sechssaitigen („In der Tür geirrt“). Das ergibt gut zwei Stunden Musik vom Feinsten und eine dem Unplugged-Gedanken zu 100% entsprechende Vorstellung mit spannenden Arrangements, die keine Schubladen kennen.

Anspieltipps:

  • Rebellion
  • Treibsand
  • Uhh Mädchen
  • Komm zurück
  • Frei von mir
  • Hallo Sehnsucht
  • Kind der Sterne
  • In der Tür geirrt
  • Wunder dieser Zeit
Neue Kritiken im Genre „Rock“
9/10

News Of The World (40th Anniversary Edition)
  • 2017    
8/10

Automatic For The People (25th Anniversary Edition)
  • 2017    
Diskutiere über „Wolf Maahn“
comments powered by Disqus