The Twang (U.K.) - Love It When I Feel Like This - Cover
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The Twang (U.K.) Love It When I Feel Like This


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 40 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Anfang Juni erschien auf der britischen Insel das Debütalbum der Birminghamer Band The Twang (U.K.). Der Zusatz „U.K.“ wird deshalb erforderlich, weil es bereits seit zehn Jahren ein Country-Pop-Sextett gleichen Namens gibt. Da sind Verwechslungen vorprogrammiert, allerdings nur aufgrund der Namenswahl, denn das Quintett aus der (Zitat:) hässlichsten Stadt Englands hat rein gar nichts mit Country am Hut.

Die jungen Herren wurden wie viele vor ihnen – und es werden noch etliche folgen – von der heimischen Presse (New Musical Express, etc.) zum „Next Big Thing“ hochstilisiert. Dabei verkörpern The Twang auf „Love It When It Feels Like This“ lediglich klassischen BritPop/Rock, der durchaus ein paar schöne Momente zu bieten hat, aber (noch) nicht die Strahlkraft musikalisch vergleichbarer Kollegen wie The Smiths, Blur und Oasis besitzt. Entsprechend schnell war die Platte nach einem starken Einstieg von null auf drei aus den UK-Charts wieder verschwunden. Für einen echten Knaller reicht die Substanz eben noch nicht, wie der deutsche Plattenkäufer über ein halbes Jahr später erfahren darf. Denn nun ist „Love It When It Feels Like This“ auch bei uns offiziell erhältlich.

Das von Gavin Monaghan (Editors, The Wild Flowers, Goldblade) in den Magic Garden Studios in Wolverhampton produzierte Album beginnt mit dem nervös flirrenden „Ice cream sundae“ relativ forsch, so dass im ersten Moment tatsächlich Hirngespinste in Richtung einer Oasis-Nachfolge aufkommen. Auch „Wide awake“ ist nur schwer zu widerstehen, zumal Gitarrist Stuart Hartland hier noch deutlicher mit Gitarreneffekten á la The Edge (U2) arbeitet und Sänger Phil Etheridge ähnlich aufmüpfig wie Liam Gallagher ins Mikrophon nölt. Kein Wunder, dass The Twang argumentieren: „Wenn ein paar Jungs aus Manchester es schaffen können, warum dann nicht auch wir?”.

Klar, warum eigentlich nicht? Vielleicht weil sich zwischen die zehn Songs ihres Debüts noch das eine oder andere verzichtbare Leichtgewicht geschlichen hat, mit dem der Hörer nicht auf anhieb warm wird. Dazu zählen z.B. das als Rap verkleidete „The neighbour“ oder das wavige „Reap what you sow“. Dem entgegen schleudert die Band allerdings moderne Hymnen wie „Push the ghosts“ und „Either way“, die in bester britischer BritPop-Manier leicht rüpelig aus den Boxen schlingern und unterschwellige „Vor dem Kater ist nach dem Kater“-Botschaften absondern. Das ist mehr als solide, aber eben noch kein uneingeschränkte Kaufempfehlung.

Anspieltipps:

  • Either way
  • Two lovers
  • Wide awake
  • Push the ghosts
  • Ice cream sundae
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