The Pretty Things - Balboa Island - Cover
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The Pretty Things Balboa Island


  • Label: Cadiz/Soulfood
  • Laufzeit: 58 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit den 13 Stücken auf „Balboa Island“ knüpfen die Pretty Things nahtlos an ihren Sound aus den 60er Jahren an.

Nachdem in diesen Tagen mit den Alben von Blue Cheer und Any Trouble bereits zwei uralte Kapellen aus der Versenkung aufgetaucht sind, legen nun auch noch The Pretty Things aus London eine Comebackalbum nach über acht Jahren Pause vor.

The Pretty Things wurden 1963/64 gegründet und bestehen heute aus Phil May (Gesang), Dick Taylor (Gitarre, ein frühes Mitglied der Rolling Stones!), Jon Povey (Keyboards), Wally Waller (Bass), Frank Holland (Gitarre) und Skip Allan (Drums). Das ist wichtig zu erwähnen, da die Engländer in ihrer 43jährigen Karriere mit häufigen Personalwechseln konfrontiert wurden und mit dem damit einhergehenden stilistischen Schlingerkurs viele Fans verloren. Sonst wären The Pretty Things vielleicht zu einer echten Konkurrenz für die Rolling Stones herangewachsen. So aber hat es „nur“ zu elf Studioalben gereicht und das neueste davon lautet auf den Namen „Balboa Island“.

Mit den 13 Stücken auf „Balboa Island“ knüpfen die Pretty Things nahtlos an ihren Sound aus den 60er Jahren an. Die Produktion ist rau und im Stile eines Indie-Albums gehalten. Mehr hat das Budget des kleinen Labels Cóte Basque sicher nicht hergegeben. Entsprechend drucklos scheppern Songs wie „Blues for Robert Johnson“ oder „In the beginning“ aus den Boxen. Das hat freilich nur noch wenig mit den wilden 60er und 70er Jahren zu tun, als The Pretty Things trotz des fehlenden kommerziellen Erfolgs Clubs und Hallen in Schutt und Asche legten und damit viele Punkbands beeinflussten.

So zieht man im Lager der Londoner auch weiterhin mutige Vergleiche mit großen Kollegen wie The Who oder den Rolling Stones heran, ohne auch heuer den Nachweis abzuliefern, dass diese gerechtfertigt sind. Mit „Balboa Island“ spielen The Pretty Things weiterhin dort, wo sie sich im Prinzip während ihrer ganzen Karriere befanden: in der zweiten Liga des Rock’n’Roll – die Aufstiegschancen regelmäßig am letzten Spieltag verspielend. Irgendwie tragisch.

Anspieltipps:

  • Mimi
  • Pretty beat
  • The beat goes on
  • The ballad of Hollis Brown
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