Kid Rock - Rock N Roll Jesus - Cover
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Kid Rock Rock N Roll Jesus


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 57 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Derbe Raps, die sich mit Leichtigkeit einen „Parental Advisory“-Sticker verdienten, gewürzt mit Rhythm & Blues, Country, Southern- und fettem Hardrock im Stil einer Dampframme.

Der Kollege Kid Rock ist in Amerika eine richtig große Nummer, mit Plattenverkäufen, die irgendwo um die 20 Millionen Einheiten liegen dürften. In Eurpa ist der Beinahe-Ehemann von Pamela Anderson dagegen weit entfernt von diesem Superstarstatus, wobei Alben wie „Rebel Without A Cause“ (1998), „The History of Rock“ (2000) und „Cocky“ (2001) z.B. auch in Deutschland charteten. Doch warum auch immer, fehlte Kid Rocks Plattenfirma Atlantic/Warner Music der Mut, das letzte Studioalbum „Kid Rock“ (11/2003) offiziell auf den europäischen Markt zu bringen und die Live-CD „Live Trucker“ (03/2006) aufwändig zu bewerben. Somit ist das neue Studioalbum „Rock’N’Roll Jesus“ durchaus ein Comeback nach Jahren der kreativen Stille um den Proleten-Rocker aus Detroit.

Derbe Raps, die sich mit Leichtigkeit einen „Parental Advisory“-Sticker verdienten, gewürzt mit Rhythm & Blues, Country, Southern- und fettem Hardrock im Stil einer Dampframme, zählten in der Vergangenheit zu den Markenzeichen von Kid Rock. Doch diese ließ er auf seinem letzten Studioalbum über weite Strecken vermissen. Inzwischen schlägt Robert James Ritchie (wie Kid Rock bürgerlich heißt) viel lieber gemäßigte Töne an, die sich auch auf seiner neuen Platte in den Vordergrund drängen. Dabei geht es nicht um den Umstand, dass sich ab und zu eine Ballade einschleicht, sondern um eine allgemeine Verweichlichung des Kid-Rock-Sounds. Denn zieht man bei Stücken wie „Blue jeans and a Rosary“ oder „Half your age“ die spärlichen Countryelemente ab, bleibt am Ende stinknormale (langweilige!) Popmusik übrig.

Den wilden Rocker gibt Kid Rock also nur noch selten, und das hauptsächlich in seinen Lyrics („I wanna fuck you like I’m never gonna see you again“ – kleiner Textauszug aus der ersten Singleauskopplung „So hott“). Ansonsten regieren belanglose Lieder eines reichen und zufriedenen Rockstars (Zitat aus der Presseinfo, in der Mr. Rock zugibt: „Ich habe ja alles. Ich habe Geld und muss mir keine Sorgen machen...“). Doch der aufmerksame Hörer weiß, dass die langweiligste Musik von glücklichen und rundum zufriedenen Menschen gemacht wird. Da ist kein Biss zu spüren, kein wirkliches Ziel in Sicht. Die Welt ist rosa und herrlich flauschig. Wer’s glaubt...

Selbst Produzent Rob Cavallo (Green Day, Hot Hot Heat, Paris Hilton, Avril Lavigne) konnte Kid Rock keinen Tritt in den Hintern versetzen und seine Wut und den Hunger nach Erfolg wiedergeben. Neben Bikes, Babes und Beer (und ab und zu mal eine medienträchtige Prügelei) scheint es keine Aufreger im Leben des Kid Rock zu geben. Schön für ihn, schade für uns. Denn „Rock’N’Roll Jesus“ ist weder rockig, noch ist Mr. Rock der Jesus der Rockmusik. Ein handwerklich perfektes Album, von dem leider kein Funke auf den Hörer überspringt.

Anspieltipps:

  • Sugar
  • New Orleans
  • When u love someone
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