Monrose - Strictly Physical - Cover
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Monrose Strictly Physical


  • Label: Starwatch/WEA
  • Laufzeit: 47 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Die aus der letzten Staffel Popstars hervorgegangene Girlgroup Monrose ist noch nicht einmal ein Jahr alt und schon legen Mandy Capristo, Senna Guemmour und Bahar Kizil Album Nummer zwei vor. Bereits „Temptation“ (12/2006) gestaltete sich als künstlerische Kopie allseits bekannter, weiblicher R&B-Bands wie Destiny´s Childs oder den Pussycat Dolls, sowohl in musikalischer Hinsicht, als auch aufgrund der vorhandenen gesanglichen Qualitäten der drei Mädels als Schnellschuss, der gerade einmal durch ein paar Stücke einen stimmigen Eindruck hinterlassen hatte. Und obwohl erst neun Monate seit dem letzten Longplayer vergangen sind, gab es trotzdem bereits genug Klatsch und Tratsch, angefangen bei Trennungsgerüchten, über einen öffentlichen Fight mit der von Rapper Bushido initiierten Truppe Bisou, bis hin zu persönlichen Geständnissen, die den Dreier im Gespräch halten sollten.

Trotz dreifachen Platin-Status des Vorgängers war es musikalisch dann doch ein wenig ruhiger geworden und die zweite Single „Even heaven cries“ blieb hinter den Erwartungen des Labels zurück (ein sechster Platz in den deutschen Charts war das höchste der Gefühle). Zeit für die Plattenfirma einzugreifen und der Karriere der Drei etwas auf die Sprünge zu helfen. Ein kurzer Auftritt bei „Germany´s Next Topmodel“ mit der neuen Single „Hot summer“, die an Nelly Furtados „Maneater“ erinnert, war die Folge und als die Veröffentlichung der Scheibe anstand, verkaufte sie sich aufgrund ihrer extremen Tanzbarkeit wie warme Semmeln. Grund genug um den Erfolg der Maxi-CD herum gleich ein komplettes Album zu zimmern, schließlich will die Kuh ja gemolken werden, solange sie Milch gibt. Das Credo von „Strictly physical“ wurde einfach an den Rhythmus von „Hot summer” angepasst, wodurch der zweite Output wesentlich basslastiger und tanzbarer ausgefallen ist, was sich vor allem in einer flotteren Herangehensweise bemerkbar macht.

Gleich der Opener „Dangerous“ tuckert mit Electro House-Beat durch die Lautsprecher, während sich mit Ausnahme der obligatorischen Balladen („What you don´t know“, „Golden“, „Everybody makes mistakes“) der Rest in wummernde Dance-Beats hüllt, die einerseits dem R&B komplett entsagen („Rebound“, „Just like that“) oder mal mehr mal weniger ihren Bezug zum Genre herstellen („Leading me on“, „Burning“, „Strictly physical“) und durchaus reizvolle, wenn auch meist durchschnittliche Popsongs darstellen. Mit „Sooner or later“, einer unkontrolliert hereinbrechenden Sample-Wut, deren Sinn sich selbst nach mehreren Malen nicht erschließt, sowie dem „Monrose theme“, in dem die drei Mädels offensichtlich versucht haben durch Rap-Parts cool und lässig zu wirken (allein die ersten Sekunden lassen einen schaudern), gibt es dann aber doch zwei Totalausfälle, die man besser gleich überspringen sollte. Dafür belohnen Monrose den geduldigen Hörer mit einer tollen Pop-Ballade („Yesterday´s gone“) und gefallen als verruchte Disco-Girls etwas besser als schüchterne R&B-Queens. Wirklich überzeugend ist die Vorstellung von Senna, Mandy und Bahar allerdings wieder nicht, denn dafür sind einfach zu viele Ideen geklaut.

Anspieltipps:

  • Rebound
  • Hot Summer
  • Yesterday´s Gone
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