Pat Monahan - Last Of Seven - Cover
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Pat Monahan Last Of Seven


  • Label: Epic/SonyBMG
  • Laufzeit: 49 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Pat Monahan, seines Zeichens Sänger der Gruppe Pop-Rock-Gruppe Train, bringt ein Soloalbum heraus und wenn auch ein ganz anderes Genre, hat Serj Tankian vorgemacht, wie man überdurchschnittliche Eigenprodukte fertigen kann. Allerdings stand bei Letzterem nicht eine Werbeplakette à la „The Next Hit From The Voice That Drives Train“ auf dem Cover, aber sei’s drum. Freundlich wird man also von Pat angelächelt, wie er da in möglichst lässiger Pose in einem teuren, klassischen Sessel sitzt, das Hemd mit möglichst so vielen offenen Knöpfen, dass es cool aussehen soll und nicht abschreckend. Das sollen gar keine Negativlaute vorweg sein, sondern ist treffend für das Gesamtbild des Albums, ist der Sänger doch wie auch in seiner Stammband bemüht darum möglichst konventionelle, oft durch das Piano angetriebene Sounds, locker und doch gefühlvoll herüberzubringen. Da passt der Kaminsessel mit dem modebewussten Männlein darauf perfekt.

„Last Of Seven“ ist nicht nur der neue Titel des Werkes, sondern auch der des vierzig Sekunden währenden Openers. Gegen kurze Intros ist ja durchaus nichts einzuwenden, da das einfache, aber eindringliche Klavierspiel und die bekannte, glatte Stimme des Sängers beinahe eine hypnotische Stimmung zu vermitteln mögen, aber der Abbruch kommt überraschend und das Lied, welches eindeutig für die Radiosender dieses Planeten geschrieben wurde „Her Eyes“ knüpft in keinster Weise an die Eröffnung. Erst ein Feuer legen und dann schnell austreten, bevor es jemand sieht. Komische Type. Die ebenfalls auf dem Frontsticker gepriesenen Tracks „Her Eyes“ und „Someday“ sind dann wie bereits betont, was der gängige Hörer hören mag: Einfach gestrickter Refrain, durchgehender Standardtakt und die Stimme des Sängers. Es ist leider Fakt, dass die Töne alle in die Schublade „schon mal gehört“ fallen und nicht großartig auffallen. Wenn diese beiden „Singles“ aber noch beschwingt daherkommen fehlt es einigen Songs gar an dem zündenden Funken. Ein „Cowboys And Indians“ lockt wohl keinen hinterm Lagerfeuer hervor und auch „Thinkin Bout You“ ist doch eine ganze Spur zu einfallslos.

Aber der Sänger von Train wäre nicht der Sänger von Train, wenn ihm ein paar Ausrutscher nach oben gelingen. Wieder böse ausgedrückt, aber ein weiterer Fakt ist das die Stimme des guten Herrn Monahan schnell in Eintönigkeit versinkt. Es fehlt eine breite Palette an Gefühlen und Tonlagen, die der Sänger entweder durch Unterstützung wie in „Pirate On The Run“ oder durch alle Kraft und minimalistische Instrumentalisierung wie in „Shine“ wettzumachen versucht. Dies allerdings in letzten beiden Beispielen mit gutem Erfolg. Das Gesamtbild überwiegt aber und es tut fast schon weh, wie sehr da abgekupfert wird oder die Rhythmen und Melodien innerhalb einer Toilettenpause erdacht hätten werden können („Ripple In The Water“, „Girlfriend“). Wenn dann doch noch ein zwei Lieder mit Potential daherkommen („Two Ways To Say Goodbye“, „Always Midnight“), dann verfängt sich der gute Pat darin und zieht sie wie einen Kaugummi ins Endlose. Vielleicht wird das nächste Projekt gelungener, aber bei dieser Platte muss man mit wenigen Ausnahmen das Album um den Sticker „Nur für Fans“ erweitern.

Anspieltipps:

  • Her Eyes
  • Pirate On The Run
  • Raise Your Hands

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