Osunlade - Elements Beyond - Cover
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Osunlade Elements Beyond


  • Label: Strictly Rhythm/EDEL
  • Laufzeit: 71 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Zur Rückkehr des einflussreichen House-Labels Strictly Rhythm liegt nun das erste Artist-Album nach der Reanimation vor, welches von Osunlade stammt und sich auf ruhige, ambient-artige Strukturen samt einer spirituellen Komponente besinnt. Seit seiner frühen Kindheit beschäftigt sich Osunlade mit Musik, die er im Lauf der Jahrzehnte mit dem Einfluss aus dem Glauben an die Ifa-Religion der westafrikanischen Yoruba-Stämme verquickte. Daraus resultiert auch der Name seines 1999 gegründeten Labels Yoruba Records, das für Dance und Spiritualität gleichermaßen steht. Vom Erfolg seiner Plattenfirma profitierte Osunlade in Bezug auf seine eigene Musik, die nun bei Strictly Rhythm eine wohlige Heimat gefunden hat. Besonders die selbst eingespielten organischen Beigaben (Klavier, Gitarre, Drums, Bass) geben den Deep House-Stücken und natürlich dem elektronischen Gerüst eine außerordentlich berührende Note, um träumerisch den Tag zu genießen und die Seele baumeln zu lassen.

Die anfangs noch dominanteren Beats im Opener „A Cloudy Mist“ täuschen noch etwas, denn schon kurze Zeit später schieben sich Osunlades klagende Stimme und prickelnde Percussions sowie ein extravaganter Bläser-Klang an den vermeintlich straighten Beats vorbei. Spirituell wird es vor allem in den Vocal-Passagen, die Mönchsgesängen ähneln und dabei die Seelenqual auf eine warme Art und Weise herauspressen, um der viel zitierten Gänsehaut schon sehr nah zu kommen. Zeitweise eingesetzte orchestrale Loops verzaubern bei „A Monk´s Tear“ neben flirrenden Gitarren und punktgenau präsentierten Tribal-Drums, so dass man nicht einmal den fehlenden Gesang auf diesem wirklich großartigen Stück zeitgemäßer, warmer und vielseitiger Electro-Musik vermisst. Etwas zu viel nervöses Geklimper bietet dann „Stomp“ an, das jedoch auch nur knappe vier Minuten andauert und so zu verschmerzen ist.

Zum Glück begeht die orientalische Flöte am Anfang von „Frequencies“ nicht den selben Fehler und hält sich im Laufe des Stückes relativ bedeckt. Dafür thronen dort pulsierende Beats, die aber keinesfalls nur tanzbar sind, und eine Portion elektronische Frickelei neben eingängigen Synthie-Flächen. Und so geht es weiter auf dem Album, denn so gut wie jeder Song hält seine eigene, kleine Geschichte parat und variiert geschickt Tempo, Instrumentierung sowie Beat. „Elements Beyond“ ist ein aussagekräftiges Album geworden, weit weg von einer Blaupause des so genannten Kaffeehaus-Ambient und betörend schwungvoll, ohne von Downbeat-Kulissen abzuweichen.

Anspieltipps:

  • A Monk's Tear
  • Frequencies
  • 139th Street
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