The Black Dahlia Murder - Nocturnal - Cover
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The Black Dahlia Murder Nocturnal


  • Label: Metal Blade/SPV
  • Laufzeit: 35 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit nicht ganz 35 Minuten ist der Horrortrip zwar schnell wieder vorüber, die Amerikaner wollten aber wahrscheinlich keine Langzeitschäden bei ihren Fans in Kauf nehmen.

Wieso in den unzähligen Kritiken über The Black Dahlia Murder in den letzten Jahren eigentlich noch niemand die stimmliche Ähnlichkeit von Frontwichtel Dani Filth (Cradle Of Filth) und Schreihals Trevor Strnad bemerkt hat, ist mir unbegreiflich. Zwar stößt der Brite auf den Platten seiner Black-Metal-Truppe zu großen Teilen nicht in die tiefen Growl-Regionen des Amerikaners vor, das fiese und hohe Gekreische könnte dafür von ein und derselben Person stammen. Jedenfalls wird das bedeuten, dass „Nocturnal“, das bereits dritte Langeisen, aufgrund dieser Tatsache wieder für viele unangetastet bleiben wird, kommen ja schließlich schon einige bei COF nicht mit der Darbietung Filths klar. Das Strnad im Titeltrack zusätzlich wie ein abgestochenes Schwein quiekt, wird da ebenfalls nicht behilflich sein.

Wie dem auch sei, die noch um Brian Eschbach (Gitarre), John Kempainen (Gitarre) Bart Williams (Bass) und Shannon Lucas (Schlagzeug) vervollständigte Kombo kehrt auf der neuesten Todesblei-Veröffentlichung ihre Stärken ein weiteres Mal nach außen und schrubbt in technisch perfekter und stets aggressiver Schweden Death-Manier zehn Hassbatzen heraus, die sich gewaschen haben. Angefangen vom stürmischen Opener „Everything went black“ über rhythmische Spielereien in „What a horrible night to have a curse“ (übrigens der Titel ihrer ersten Demo), „Deathmask divine“ (man achte auf den Drummer) oder „Climactic degradation“, bis hin zu Tracks, die nicht mehr als verbrannte Erde hinterlassen („I worship only what you bleed“, „Darkness spawned“), sowie den zwei letzten, etwas gemäßigteren Stücken „To a breathless oblivion“ und „Warborn“, „Nocturnal“ offeriert bis auf einige Abstriche auf kompositorischer Ebene 1A-Headbangmaterial mit Schleudertrauma-Garantie.

„Textlich glaub ich, ist „Nocturnal“ unser bösestes Werk bis dato! Es ist die totale Rückkehr zum Death/Gore-Style, der uns damals in den Anfangstagen schon geholfen hat, wahrgenommen zu werden. Es ist eine Ode an die großartigen Death-Metal-Alben der Vergangenheit, während es aber auch unser originellstes und einfallsreichstes Werk bis jetzt darstellt“ erklärt Trevor, während unaufhörlich Blastbeats aus den Boxen preschen. Mit nicht ganz 35 Minuten, die bei manch anderer Band gerade einmal für eine EP reichen würden, ist der Horrortrip zwar schnell wieder vorüber, die Amerikaner wollten aber wahrscheinlich keine Langzeitschäden bei ihren Fans in Kauf nehmen. Außerdem gibt es ja die Repeat-Taste.

Anspieltipps:

  • Deathmask Divine
  • Climactic Degradation
  • I Worship Only What You Bleed
  • What A Horrible Night To Have A Curse
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