Malibu Stacy - G - Cover
Große Ansicht

Malibu Stacy G


  • Label: Strange Ways/INDIGO
  • Laufzeit: 55 Minuten
Artikel teilen:
4.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Aus Belgien kommt die Band Malibu Stacy, die von Mike Goffard und Dave Ash 2004 ins Leben gerufen wurde und sich bereits aus der Schule kennt. Mit dem Gewinn des belgischen Talentwettbewerbs Concours Circuit ausgestattet, in Folge dessen sie auch einen Plattenvertrag an Land gezogen haben, wurden Belgien und Frankreich bespielt. Nach der Debütsingle „Sh Sh“ aus dem Jahr 2005 ging das Sextett in großen Schritten auf den ersten Longplayer zu, der in Italien aufgenommen und von den Produzenten Matteo Agostinelli sowie Franceso Donadello (Blonde Redhead) in Form gebracht wurde. Zwischen Brit-Pop, einem doch nicht wenig kindischem Textfluss samt Artwork mit Bloodhound Gang-Schlagseite und Synthesizer-Einsätzen ist „G“ ein Sommer-Album, das nicht nur zur falschen Jahreszeit den Weg in die (nun deutschen) Läden findet, sondern auch höchst austauschbar wieder schnell in Vergessenheit geraten wird.

Dabei rockt es sich bei „Killing All The Young Gods“ und „Come On Commons“ noch so oberflächlich schnittig, wenn man von den Nerven raubenden Keyboards absieht, die in ihrer nervösen Art und viel zu hohen Tonlage einfach nur Trash sind. Das die elektronischen Tastenfreunde auch songdienlich funktionieren, zeigt „Los AnGeles“, bei dem sogar die schrägen, jungenhaften Sing-a-longs okay gehen. Angenehm mundet hier die Stimme von Dave de Froidmont in bester Emo-Tradition und variablem Gebrauch zwischen zierlichem Ausdruck sowie spitzbübischem Augenzwinkern. Fortan weiß man wirklich nicht mehr, ob das nun eine spaßorientierte Karikatur von Indie-Standards oder doch der Versuch eines intensiv dargebotenen Patchwork-Songwritings sein soll.

Songs wie „Sex In Malibu“ vereinen beides und rocken unverkrampft, wobei sich auch die Synthesizer in diesem Pop Punk-Stück zuhause fühlen. Anderes nervt nach dem zweiten Hördurchgang ohne den Hauch von nachhaltigem Songwriting und Authentizität („Come On Commons“), Tracks wie „Los AnGeles“ und „Sh Sh“ sind knapp überdurchschnittlicher Indie-Pop/Rock, der auf anderen Alben mehr als Füllmaterial wäre, aber bei weitem nicht genug, um in der herbstlichen Veröffentlichungswut zu bestehen. Ob zu einer anderen Zeit Malibu Stacy mit „G“ für einen größeren Wurf sorgen würden, ist aber mehr als fraglich. Ein Debüt, das nicht weh tut und doch Schmerzen verursacht, wenn man sieht, für was es zu einem Plattenvertrag reicht.

Anspieltipps:

  • Los AnGeles
  • Sex In Malibu
  • Grasshopper Green (Winter Edit)
Neue Kritiken im Genre „Indie-Pop“
5/10

Mints
  • 2017    
Diskutiere über „Malibu Stacy“
comments powered by Disqus