Dropkick Murphys - The Meanest Of Times - Cover
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Dropkick Murphys The Meanest Of Times


  • Label: Cooking Vinyl/INDIGO
  • Laufzeit: 51 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

„Was wir brauchen sind ein paar verrückte Leute; seht Euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben.” Dieses Zitat stammt vom irischen Dramatiker, Schriftsteller und Nobelpreisträger George Bernard Shaw. Und hätte er zu seinen Lebzeiten die Möglichkeit gehabt sich mit den Dropkick Murphys in einer gemütlich urigen Kneipe zu verabreden, so wäre mit allergrößter Wahrscheinlichkeit das ein oder andere Kilkenny geköpft worden.

Die sieben Mann starke Formation aus Boston, Massachusetts meldet sich nach zwei Jahren mit ihrem neuen, mittlerweile sechsten Studioalbum „The Meanest of Times” zurück. Wie von den Murphs gewohnt, regiert auf dem Nachfolger ihres 2005ers „The Warrior Code” eine abwechslungsreiche Mixtur aus keltischem Folk, treibendem Punkrock und beschwingtem Rock’n’Roll. „Famous For Nothing” klingt dann bereits nach gefühlten drei Stunden im brechend vollen und mit angeheitertem Publikum gefülltem Pub des Vertrauens. Die so typischen Dropkick-Melodien fiedeln unerschrocken um die Wette. Mitgrölen erwünscht! Bei rockigen und schmutzigen Songs wie „God Willing” oder dem Banjo meets Celtic-Punk-Kracher „The State Of Massachusetts”. So wollen wir das haben. Eingängige und zum Mitsingen geradezu prädestinierte Gute-Laune-Stücke. Und spätestens bei „Echoes On A. Street”. würde der auf dem Tisch tanzende Bernard Shaw mit Wonne seinen Gerstensaft in die Menge schleudern. Aber der Trugschluss, dass „Meanest Of Times” nur in alkoholisierten Zustand zünden würde ist definitiv zu verneinen. Nur macht es so wahrscheinlich noch ein bisschen mehr Spaß.

„Vices und Virtues” legt dann noch einen drauf. „Whiskey, War, Suicide and Guns”. Wen es hier nicht vom Barhocker knallt, der ist definitive im falschen Etablissement gelandet. Bei „Surrender” wird nicht nur der obligatorische Dudelsack bis aufs letzte ausgedrückt, auch die Gast-Vocals von Spider Stacy (The Pogues) und dem The Dubliner Ronnie Drew befördern diesen Song zum Höhepunkt der Platte. „I’ll Begin” und das eher ruhige „Rude Awakenings” gönnen uns schließlich auch mal eine akustische Verschnaufpause, bevor bei „Loyal To No One” und “Shattered” dann so langsam wieder Fahrt aufgenommen wird. Und wenn man es dann noch schafft das tolle Thin-Lizzy-Cover „Jailbreak” in Senkrechter Position zu erleben, kann man diese durchzechte Nacht durchaus als gelungen zu den Akten legen. Und auch Shaw würde hier mit Nachdruck zustimmen, dass die Dropkick Murphys sich völlig verdient den Titel der erfolgreichsten Celtic-Rock-Kapelle überhaupt auf die Fahnen schreiben können.

„The Meanest Things” ist das gewohnt souveräne Hörmaterial einer verrückten Band, deren Lieder nicht nur im Rauschzustand einen ungemeinen Spaßfaktor garantieren. Für Fans der Band, ist diese Platte sowieso ein Muss. Aber auch für noch nicht so hartgesottene Irisch-Folk-Punk-Anhänger könnte dies durchaus der Beginn einer wunderbaren Freundschaft sein.

Anspieltipps:

  • God Willing
  • The State Of Massachusetts
  • Vices und Virtues
  • Jailbreak
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