Kevin Drew - Spirit If... - Cover
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Kevin Drew Spirit If...


  • Label: City Slang/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 65 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Kevin Drew will es mit seiner ersten Soloplatte wirklich wissen. Der Freigeist der kanadischen Indie Rock-Truppe Broken Social Scene singt nicht nur über „Fucked up kids“ oder „Gangbang suicide“, sondern deklariert sich ganz nebenbei auch noch als „Too beautiful too fuck“ („Tbft“). Ansonsten bietet „Spirit if...“ dieselben verschrobenen multiinstrumentalistischen Eskapaden, ganz so als hätte der Musiker und Songschreiber in ihm gar nicht erst versucht, das Material seiner Hauptband von dem seines Debüts zu trennen.

Trotzdem ist die gute Stunde, in der Drew seine Eigenkompositionen mit Hilfe der üblichen Verdächtigen der Broken Social Scene und einigen Gastauftritten (unter anderen J Mascis (Dinosaur JR), Scott Kannberg (Pavement), Joules Scott-Key (Metric), Andrew Kenny (The American Analog Set) Dave Mitchell (Do Make Say Think)) absolviert, unerfreulich anders. „Spirit if...“ wirkt geradezu konstruiert und keineswegs spontan, wie es die Alben der BSS bisher in experimenteller und avantgardistischer Manier vorgemacht hatten.

Zwar pfeift Kevin hier wie dort auf das Treffen der richtigen Töne, unterlegt einen Song mit quasi vollem Körpereinsatz („Broke me up“ wird mit im wahrsten Sinne des Wortes schenkelklopfender Perkussion unterlegt) oder variiert seine stimmliche Performance durch Säuseln, Flüstern oder normaler Intonation ständig, neue Ansätze bietet er eigentlich keine. Ganz im Gegenteil: War die musikalische Ebene auf Outputs seiner Hauptband von einem bemerkenswerten Elan und frischen Ideen erfüllt, so ist hier nichts davon zu hören. Minutenlang wird auf demselben Akkord verharrt, Tempowechsel werden mit dem Vorschlaghammer, soll heißem mit dem komplettem Umsturz des Songkonstrukts präsentiert („When it ends“ wäre ein schöner, bezaubernder Song fürs Lagerfeuer geworden) und der Wiedererkennungsfaktor der einzelnen Stücke ist gleich Null. Bleibt nur zu hoffen, dass der zweite Teil der „Broken Social Scene presents“-Reihe mit Brendan Canning (voraussichtlicher Release Mitte 2008) etwas interessanter ausfällt.

Anspieltipps:

  • Lucky Ones
  • When It Ends
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