Will.I.Am - Songs About Girls - Cover
Große Ansicht

Will.I.Am Songs About Girls


  • Label: A&M/Universal
  • Laufzeit: 61 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Will.I.am ist nicht nur der der kreative Bandkopf der Black Eyed Peas, der Workaholic mimt auch noch den Produzenten für solche Acts wie Justin Timberlake, Common oder Earth, Wind & Fire, selbst auf dem kommenden Comeback von Michael Jackson mischt er mit. Bei einem solchen Output ist es kein Wunder, dass er die einjährige Pause seiner Hauptband auch noch für die Aufnahme seines mittlerweile dritten Soloalbums genutzt. Wie der Name schon sagt, geht es auf „Songs About Girls“ um Wills Beziehung zum schönen Geschlecht, die sich hauptsächlich in seiner ausgeprägten Libido bemerkbar macht.

Musikalisch vermengt er den gewohnten Partysound der Peas mit vielen anderen Einflüssen aus Pop, House und Funk. Der Grundtenor des Albums ist eher ruhig und gediegen. Das Tempo bleibt gedrosselt, viel schneller als beim Opener „Over“ wird es nicht mehr. Solange dafür mit so coolen Pianogrooves wie in dem Song die Partystimmung trotzdem angeheizt wird, stellt dies auch kein Problem dar. Auch die Synthie-Teppiche im elektronischen „Heartbreaker“ regen zum Tanzen an, lediglich das überlange Outro hätte nicht sein müssen.

Zu den schwächeren Songs gehört dann ausgerechnet die ironiefreie Single „I Got It From My Mama“, dessen Text ein wenig zu prollig daherkommt, nicht alle Frauen müssen schließlich Modelmaße haben. Das folgende „She’s A Star“ zeigt dann, dass der gute Mann das Singen wohl doch besser seinem Kollegen Justin Timberlake überlassen sollte. Versöhnlicher stimmen da schon die an Acid Jazz orientierten Funknummern „Get Your Money“ und „Impatient“ durch ihre fetten Synthiebasslinien und guten Hooklines. Nette Lieder, doch zu Begeisterungsstürmen mögen sie auch nicht gerade hinreißen. Dies mag mit daran liegen, dass zwischen ihnen noch „The Donque Song“ mit Gaststar Snoop Dogg kommt, der Beat ist so billig, dass man sich fast mitten im Eurodance wägt.

Auch die zweite Albumhälfte gibt sich durchwachsen. Auf der positiven Seite stehen das poppige „One More Chance“, das an die Roots erinnernde „Fly Girl“ und „Make It Funky“. Dagegen verleiten „Invisible“ und „Fantastic“ eher zum Vorspulen. Ein Beweis dafür, dass ein lausiger Text ein stimmig komponiertes Lied zerstören kann, ist „Ain’t It Pretty“, das pubertäre Gebrabbel über diverse physische Vorzüge einer jungen Dame will einfach nicht zu den sanften Klängen passen. Auch der Versuch mit „S.O.S. (Mother Nature)“ ein ernstes Thema aufzugreifen misslingt spektakulär.

Schlussendlich ist „Songs About Girls“ nicht das, was Hip-Hop-Puristen erwarten werden, da der Rap ein wenig kurz kommt. Zu viel Raum wird den anderen Elementen eingeräumt, leider oft nicht besonders homogen. Wer aber auf die genannten Sounds und Bands steht, könnte durchaus Gefallen finden und sollte einen Testlauf riskieren. Am besten eignet sich das Album wohl als Hintergrundbeschallung für Open-Air-Partys, leider ist es für die mittlerweile etwas kalt hierfür.

Anspieltipss:

  • Over
  • Fly Girl
  • Get Your Money
Neue Kritiken im Genre „HipHop/Rap“
7/10

Reflexionen Aus Dem Beschönigten Leben
  • 2018    
Diskutiere über „Will.I.Am“
comments powered by Disqus