Delain - Lucidity - Cover
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Delain Lucidity


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 55 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Kein Jahrhundertalbum, aber ein bestechendes allemal.

Bei Delain von einer Band zu sprechen würde dem ehrgeizigen Projekt von Martijn Westerholt nicht gerecht werden. Dieser war von 1996 bis 2001 bei der Band seines Bruders Robert als Keyboarder tätig, welche keine geringere als Within Temptation war. Leider erkrankte er an Pfeiffer-Drüsenfieber und musste die Gruppe, die gerade mit dem Album „Mother earth“ (2000) stark an Popularität gewonnen hatte, verlassen. 2002 nahm er seine musikalische Laufbahn selbst in die Hand, gründete Delain und versammelte einige der bekanntesten Künstler im Symphonic/Gothic Metal-Bereich um sich, die nun in Gastauftritten oder als Langzeitpartner agieren und auf dem Debüt „Lucidity“, das in den Benelux-Staaten bereits letztes Jahr erschienen ist, zu hören sind.

Unterm Strich waren neun Musiker (Martijn nicht mitgezählt) aus acht unterschiedlichen Bands am Gelingen von „Lucidity“ beteiligt, was der Platte schon einmal einen außerordentlichen Status und hohe Erwartungen zukommen lässt. Vorrangig bediente Gründer Martijn das Keyboard und God Dethroned-Member Arien van Weesenbeek saß hinterm Drumkit, während Marco Hietala von Nightwish/Tarot den Bass, sowie das Mikro schwang und von der noch relativ unbekannten Charlotte Wessels (Ex-To Elysium) gesanglich unterstützt wurde. An den Gitarren zupften mal Ad Sluijter (Epica), Jan Yrlund (Ex-Lacrimosa) oder Guus Eikens (Ex-Orphanage) und stimmliche Rückendeckung holte sich Westerholt noch von Sharon den Adel (Within Temptation) und Liv Kristine (Leaves Eyes), sowie von George Oosthoek (Ex-Orphanage), der das LineUp mit seinen markigen Growls komplettiert und somit für die richtige Würze sorgt.

Herausgekommen ist zwar kein Jahrhundertalbum, aber ein bestechendes allemal. Seinen Reiz bezieht „Lucidity“ vor allem durch das Zusammenspiel aus männlicher Rauheit und weiblicher Sinnlichkeit, aber auch die in den Stücken immer wieder kurzen, rockigen bzw. orchestralen Zwischenspiele sorgen für Ausgewogenheit und einen schönen Spannungsbogen. In diesem Sinne knallen uns Delain gleich mit „Sever“ einen an symphonischer und bombastischer Verzierung nicht sparenden Opener entgegen, der sich stets rücksichtsvoll dem eigenen Material gegenüber gebärdet, die klassischen Elemente nicht überhand greifen lässt und immer wieder das Tempo herausnimmt um kurz darauf umso heftiger zuzuschlagen. Dahinter steckt dann die (wenn auch leicht eingeschränkte) Faszination des Longplayers, denn sonderlich neu ist dieses Vorgehen natürlich nicht. Trotzdem funktionieren Stücke wie das balladeske „See me in shadow“, das furiose „The gathering“ oder die umwerfenden Arrangements in „Sleepwalkers dream“ und „Shattered“ perfekt und somit dürfte „Lucidity“ nicht nur für Genre-Fans ein Gustostückerl darstellen.

Anspieltipps:

  • Shattered
  • The Gathering
  • Sleepwalkers Dream
  • Silhouette Of A Dancer
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