Sodom - The Final Sign Of Evil - Cover
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Sodom The Final Sign Of Evil


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Klangliche Mängel werden durch Aggression, raffiniertes Songwriting und atemberaubende Geschwindigkeit kaschiert.

23 Jahre nach Sodoms erster EP „In the sign of evil“ (1984) haben sich Tom Angelripper (Gesang, Bass), Grave Violator (Gitarre) und Chris Witchhunter (Schlagzeug), die damals das Line-Up der deutschen Thrasher bildeten, zusammengetan um ihre (vor allem für den Black Metal) wegweisende Scheibe um einige Stücke zu erweitern. Dabei handelt es sich um Tracks, die von der Plattenfirma aus der Schere zum Opfer gefallen waren und der Band nicht ermöglichten „alle Titel aufzunehmen, um ein vollwertiges Album abzuliefern“.

So gibt es nun nicht nur fünf Songs mit etwa 19 Minuten Spielzeit, sondern gleich mehr als die doppelte Ladung an aggressivem Old School Thrash zu vernehmen. Dabei war Sodom ganz offensichtlich eines wichtig: Die Atmosphäre und die produktionstechnischen Mittel, die ihnen 1984 zur Verfügung gestanden sind, beizubehalten und somit der Einspielung der alten und neuen Stücke keinerlei Frischzellenkur zu verabreichen. In diesem Sinne rumpeln sowohl „Blasphemer“, „Witching metal“, „Burst command ´til war“, „Sepulchral voice“ und „Outbreak of evil“, als auch die sieben Neuzugänge in herrlich rauer Manier vor sich hin und vermissen für heutige Verhältnisse jeglichen Druck, da das Schlagzeug meist nicht mehr zustande bringt als zu scheppern.

Das werden Fans der alten Aufnahmen zu schätzen wissen, Neulinge im Genre jedoch aller Voraussicht nach als altmodisch abstempeln. Dabei haben es Sodom verstanden, klangliche Mängel durch eine gehörige Portion Aggression, raffiniertes Songwriting und teilweise atemberaubende Geschwindigkeit zu kaschieren, was heutzutage meist die Produktion übernimmt, die selbst aus zweitklassigen Songs Granaten macht. Trotzdem stechen die alten Titel gegenüber den neu eingespielten stark heraus, da diese meist nicht nur kürzer, sondern auch stürmischer veranlagt sind, weswegen die erweiterten „Bonus tracks“ meist etwas langatmig wirken und nicht auf den Punkt gebracht werden. Für den alteingesessenen Sodom-Fan dürfte hier aber auf jeden Fall etwas dabei sein und „The final sign of evil“ eine gelungene, musikalische Zeitreise ins Jahr 1984 darstellen.

Anspieltipps:

  • Witching Metal
  • Ashes To Ashes
  • Sepulchral Voice
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