Human Zoo - After The Horizon - Cover
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Human Zoo After The Horizon


  • Label: AOR Heaven
  • Laufzeit: 46 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.2/10 Leserwertung Stimme ab!

„Over The Horizon“ kann sich nicht eklatant von anderen Melodic-Rock-Veröffentlichungen absetzen.

Obwohl Human Zoo aus Balingen, der Heimat des schwergewichtigen „Bang Your Head“-Festivals, kommen, sind sie keine Metalheads, sondern haben sich ganz dem melodischen Rock verschrieben. Was die Combo von den unzähligen Genrekollegen unterscheidet, ist dass mit Saxophonist Boris Matakovic das genreübliche Ensemble aus Gitarre, Bass, Schlagzeug und Keyboard originell ergänzt wird. Wer sich jetzt allerdings auf unzählige coole Soli des Holzbläsers freut, wird leider ziemlich enttäuscht.

Bis Lied Nummer 5 muss man sich gedulden, bevor er zum Einsatz kommt. Zu mehr als gelegentlichen Tupfern kommt es dann in „Want It“ aber auch nicht. Da können die groovigen Basslinien schon mehr überzeugen. Bis dahin erwarten einen Songs wie „Cryin’“ oder „Over The Horzion“, die zwar genauso originell wie ihre Titel sind und die angeblich modernen Elemente im Sound lassen sich auch nicht wirklich ausmachen, Spaß machen sie aber trotzdem. Die Melodien sind schön catchy, Sänger Thomas Seeburer, dessen Stimmlage sich irgendwo in der Region von Sebastian Bach (dem von Skid Row, nicht dem Perückenträger) befindet, leistet gute Arbeit.

Die Ballade „Be The One“ bewegt sich mit klimperndem Piano und ausgiebigen Background-Oooohs zwar gefährlich nahe am Bon Jovi’schen Kitschäquator, dafür darf endlich mal das Saxophon solieren und das ziemlich ordentlich. Mit „Rock Your Town“ gibt es wieder eine reine Rocknummer mit ordentlich Spaß in den Backen, bevor nach einem kurzen Intro das Albumhighlight folgt. „Creatures Of The Night“ könnte direkt aus den Achtzigern stammen. Das Saxophon und das Keyboard dürfen so richtig schön losschmettern, wie es der Mainstream damals gebot. Nett auch, wie als kleines Gimmick kurz die berühmten Harmonien des James-Bond-Themes angespielt werden.

Die letzten drei Nummer wärmen dann nur noch schon Gehörtes wieder auf, der letzte Song „Endless Road“ erinnert mit seiner Hookline sogar fatal an deutsche Schlager. Zwar kommt er bei „Lovin’ You“ noch einmal zum Einsatz, trotzdem bleibt das Potential von Saxophonist Boris größtenteils ungenutzt und so kann sich auch „Over The Horizon“ nicht eklatant von anderen Melodic-Rock-Veröffentlichungen absetzen. Schade, da wäre mehr drin gewesen.

Anspieltipps:

  • Cryin’
  • Rock Your Town
  • Creatures Of The Night
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