Oceansize - Frames - Cover
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Oceansize Frames


  • Label: Superball/SPV
  • Laufzeit: 64 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach zwei erfolgreichen und extrem unterschiedlichen Alben melden sich Oceansize mit ihrem dritten Werk „Frames“ zurück. War „Effloresce“ durchweg innovativ und bis dato einzigartig in seiner Art, aber durchaus als sperrig zu bezeichnen. Legte der fünfer aus Manchester mit „Everyone Into Position“ ein radiofreundlicheres zweites Album nach. Man habe sich damals mehr auf Hymnen und Melodien konzentriert. Doch bei ihrem dritten Output sollte das nicht so werden – und in der Tat siedelt sich „Frames“ eher in der Nähe des Debüts an. Songs ausschließlich zwischen sechs und guten zehn Minuten sind nur ein kleiner Indiz für die Rückkehr zu alten Strukturen. Doch der Gesamtsound der Band hat sich im Vergleich zu „Effloresce“ verändert. Vielleicht liegt das am Ausstieg von Gründungsmitglied Jon Ellis und dem Einstieg des neuen Bassisten Steven Hodson. Auf jeden Fall hat „Frames“ sein ganz eigentümliches Gesicht.

„Commemorative T-Shirt“ beginnt die Odyssee in gewohnter efflorescer Manier, mit spärlichen Gitarren, vertrackten Drums und zuckender Basslinie. Alles baut sich verhalten auf – und mündet direkt im zweiten Track „Unfamiliar“. Hier wird der Lautstärkepegel zum ersten mal in den roten Bereich gelotst. Die drei Gitarren schwingen sich unaufhaltsam empor – werden aber immer wieder durch kurze ruhige Passagen unterbrochen – und veranstalten ein immer lärmenderes Spektakel.

„Trail Of Fire“ beginnt mit einem wunderschönen, melodischen Klavier-Part und entwickelt sich stetig zu einem einzigen intensiven, klanggewaltigen Rausch. „Savant“ entfaltet sich ebenfalls in guter Oceansize-Tradition, wird dann aber leider mit Streichern so sehr zugekleistert, dass einem der Hörgenuss ziemlich genommen wird. Das erbarmungslos prätentiös anmutende „Only Twin“ übernimmt sich leider mit viel zu überladener Instrumentierung: Gestrichene und gezupfte Streicher sowie Pianountermalung sind zu dem üblichen Breitwand-Sound der Band einfach zu viel.

Zu wenig dagegen kommt von dem anschließenden „An Old Friend Of The Christies“. Hier passiert zehn Minuten lang (fast) gar nichts. Irritierende Prog-Metal-Riffs hagelt es in „Sleeping Dogs And Dead Lions“. Sich vom restlichen Material völlig abgrenzend macht sich dieser aggressive Bastard auf dem Album breit und wirkt wie ein Fremdkörper. Überflüssig! Harmonieträchtig und unaufgeregt schließt letztendlich „The Frame“ das dritte Album der Engländer ab – und auch die Streicher fügen sich diesmal sanft und anmutig in einen Song ein, ohne ihn gleich dominieren zu wollen.

Leider ist „Frames“ nicht das geworden, was man sich von Oceansizes drittem Werk erhofft hatte. Es ist zwar insgesamt kein schlechtes Album, doch haben Oceansize mit ihren ersten beiden Alben die Messlatte so hoch gelegt, dass man von ihrem dritten Album etwas enttäuscht sein könnte.

Anspieltipps:

  • Unfamiliar
  • Trail Of Fire
  • The Frame
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