Axel Rudi Pell - Diamonds Unlocked - Cover
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Axel Rudi Pell Diamonds Unlocked


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 55 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein ausschließlich aus Fremdkompositionen bestehendes Werk.

„Alle Songs dieser Scheibe hatten für mich im Original einen bestimmten Reiz, sie irgendwann selbst covern zu wollen“ gibt Gitarrist Axel Rudi Pell zur Veröffentlichung seines ausschließlich aus Fremdkompositionen bestehenden Werkes „Diamonds unlocked“ zu Protokoll. Zusammen mit seiner vierköpfigen Truppe, bestehend aus Johnny Gioeli (Gesang), Volker Krawczak (Bass), Mike Terrana (Schlagzeug, Perkussion) und Ferdy Doernberg (Keyboard) hat er zehn Klassiker der Rock- und Popgeschichte nachgespielt ohne auf die Hinzufügung einer eigenen Note zu vergessen, auch wenn diese nicht immer offensichtlich durchscheint, da meist das Gefühl vorherrscht, die Stücke werden einfach nur runtergespult.

Nimmt man sich allerdings die Originale zum Vergleich her, dann wird einem schnell klar, auf wie vielen Ebenen Herr Pell da eigentlich etwas abgeändert hat. „Beautiful day“ von U2 wird zu einer kraftvollen Rampensau umgewandelt, Kiss „Love gun“ wird mit noch mehr Hingabe darbgeboten oder „Fools game“ rockt stärker aus den Boxen als es sich Michael Bolton wohl jemals selbst getraut hätte. Doch obwohl die einzelnen Stücke immer mit dem richtigen Elan und einer gehörigen Portion Selbstvertrauen erklingen, so vermissen sie meist den Charme des Originals.

Bestes Beispiel hierfür ist „In the air tonight“: Die ARP-Band versucht der Stimmung des Originals nahe zu kommen und nimmt sich mit 8 ½ Minuten noch mehr Zeit als Phil Collins 1981, versaut das Stück allerdings durch ein adrenalingesteuertes Finale vollkommen. Da kann Axel an seiner Gitarre noch so hingebungsvoll herumschrubben, als x-beliebiger Stadionrocksong war die erste Single des Ex-Genesis-Sängers sicherlich nicht gedacht. Was die Freude an „Diamonds unlocked“ noch zusätzlich trübt, ist die zwar sehr kraftvolle, aber nicht immer passende Stimme von Gioeli. Gut, er ist kein Collins oder Bono, aber hätte er sein raues Organ an manchen Stellen zurückgenommen, so wäre das nicht nur im Vergleich zu den originalen Versionen besser gewesen, sondern auch in der Fassung Axel Rudi Pells. Das macht unterm Strich selbst für Fans des deutschen Gitarristen keine notwendige Anschaffung.

Anspieltipps:

  • Warrior
  • Love Gun
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