Jennifer Lopez - Brave - Cover
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Jennifer Lopez Brave


  • Label: Epic/SonyBMG
  • Laufzeit: 48 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Mischung aus Midtempo- und Dancetracks ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Eine Rückkehr zu alten Tugenden oder das letzte Aufbegehren vor der Schwangerschaftspause? So richtig weiß keiner, wie es mit der Karriere von „La Lopez“ weitergeht. Aber will das Publikum überhaupt, dass es weitergeht? Haben die meisten nicht längst genug von dem Hochglanzprodukt namens Jennifer Lopez (38)? Fakt ist: In ihrer Karriere verkaufte die Sängerin, Schauspielerin und Designerin weltweit mehr als 25 Millionen Alben, wobei die Erfolgskurve in den letzten Jahren eindeutig nach unten zeigt. So erreichte das Album „Como Ama Una Mujer“ (03/2007) bis dato nicht mal an die Verkaufsmarke von einer Million Einheiten und blieb damit sogar unter den schwachen Absatzzahlen von „Rebirth“ (2005).

Gemessen an früheren Werken wie „On The 6“ (1999) oder „J.Lo“ (2001) waren beiden Alben klassische Flops, auch wenn es sich bei „Como Ama Una Mujer“ nur um ein spanischsprachiges Album handelte. Aber was heißt eigentlich „nur“? Ausreden zählen nicht! Denn wer sogar mit Remix-CDs („J To Tha L-O!“, 2002) Platz eins der Billboard Charts erreicht, muss sich nun mal an jeder Veröffentlichung messen lassen. So auch mit „Brave“, dem insgesamt achten und bereits zweiten Album im Jahr 2007 aus dem Hause Lopez. Mit diesem Werk soll es zurück in die Erfolgsspur gehen, die eingängige und vor allem tanzbare Songs vorschreibt, sprich eine Mischung aus Pop, R&B und HipHop, für die sich Frau Lopez u.a. folgende Komponisten und Produzenten ins Studio holte: J.R. Rotem (The Game, Snoop Dogg), Bloodshy (Madonna, Britney Spears), Swizz Beatz (Beyoncé, Jay-Z), Corey Rooney (Destiny’s Child, R. Kelly), Ryan Tedder (Hillary Duff, Timbaland) und das „Midi Mafia“-Duo Dirty Swift und Bruce Waynne (50 Cent, Kanye West) – womit aus Platzgründen nur die Spitze des Eisbergs in Sachen Knöpfchendreher genannt ist.

Hinter den Reglern sitzen weitgehend neue, junge, hungrige Leute – Songwriting und Sound orientieren sich dagegen an den erfolgreichen Zeiten der Hit-Trilogie „On The 6“, „J.Lo“ und „This Is Me… Then“. Das immer lauter werdende Verlangen der Lopez-Fans scheint also angekommen zu sein. Mit modernen Beats, funky Grooves, tanzbaren HipHop-Rhythmen und poppigen Melodien („Do it well“) wird der schlimme Balladen-Schmalz und der glattgebügelte Langweiler-R&B von „Rebirth“ erfolgreich verdrängt. Anstelle von gesäuselten Liebesbeweisen an die zahlreichen (inzwischen verflossenen) Lover rücken jetzt feurige Bläser in „Hold it don’t drop it“ und einzelne Streicher (kein Orchester-Bombast!) in „Never gonna give up“. Überhaupt sind endlich ein paar echte Instrumente herauszuhören. Und mit „Wrong when you are gone“ ist lediglich eine echte Ballade enthalten. Und das ist auch gut so, denn Jennifer Lopez’ Stimme ist alles andere als balladengeeignet.

Die Mischung aus Midtempo- und Dancetracks ist ein Schritt in die richtige Richtung. Das Hitpotenzial der frühen Werke geht zwar auch „Brave“ ab, doch das Gesamtpaket ist wesentlich stimmiger als noch vor ein paar Jahren. Das fängt bei den Texten an, die dem Hörer keine ungewollten Einblicke in das Privat- und Liebesleben der 38-Jährigen mehr gewähren und geht weiter zu einer modernen Produktion mit klassischen Lopez-Sound-Grundlagen, die weniger pompös sind, aber trotzdem alle Ansprüche an Dicke-Hose-Klänge erfüllt. Es geht also doch!

Mit „Brave“ kann sich Jennifer Lopez beruhigt in die Schwangerschaftspause verabschieden, so sie denn zutreffen sollte. Denn bis jetzt ist „The Butt“ lediglich ein bisschen schwanger. Was es alles gibt in Hollywood…

Anspieltipps:

  • Forever
  • Do it well
  • I need love
  • The way it is
  • Mile in these shoes
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