The Good Life - Help Wanted Nights - Cover
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The Good Life Help Wanted Nights


  • Label: Saddle Creek/INDIGO
  • Laufzeit: 40 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

„Home Sweet Saddle Creek“. Die qualitativ stets beständige musikalische Wohngemeinschaft um Künstler wie The Faint, Azure Ray, Cursive oder Two Gallants erfreut uns ja mittlerweile schon in fast regelmäßigen Abständen mit ihren meist entzückenden Indie-Folk-Rock-Pop Produktionen. „The Good Life“ sind neben Conor Oberst und seinen Bright Eyes inzwischen ja schon so etwas wie die Hauptmieter des 1993 noch unter dem Namen „Lumberjack Records“ gegründeten Independent-Labels aus Omaha, Nebraska. Ihrem Labeldebüt „Black Out” aus dem Jahre 2002 ließ die Band um Tim Karsher zwei Jahre später die EP „Lovers Need Lawyers” und am Ende desselben Jahres ihre dritte Veröffentlichung „Album Of The Year” folgen.

Mit „Help Wanted Nights“ steht nun Studioalbum Nummer vier ins Haus. Frontmann Kasher (auch Sänger der Band Cursive) und seine Truppe präsentieren uns hier die neuste Konstruktion auf ihrer Label eigenen „The Good Life“ Etage. “Neben dem schon gewohnten wie auch erwünschten akustischen „Omaha-Farb-Anstrich“ an Sound-Wand und Melodie-Decke, fallen uns in ihrer aktuellen Songbehausung jedoch auch einige bröckelige Stellen, spröde und ausbaufähige Melodien, sowie stachelige Rhythmusbremsen ins Ohr. Nicht weiter schlimm! Denn die ursprünglich für einen Soundtrack konzipierte Platte versprüht auch vielleicht gerade deshalb, diesen so eigenständigen, ungeschliffenen und sympathischen Flair. Es muss auch nicht immer ein perfekt durcharrangiertes und bis auf die letzte Ecke durchproduziertes Akustikloft sein, um einen hohen audialen Wohnkomfort zu erlangen. Die Kunst steckt auch hier wieder einmal im Detail.

Zusammen mit A.J. Mogis machten sich Kasher und Co an die Errichtung ihres neuen Werkes. Und im Prinzip vertrauten sie dabei auch wieder auf die guten alten handwerklichen Hilfsmittel, die auch bereits bei vorherigen Neubauten so herrlich gewirkt haben. Mal wehmütig, folkisch angezupft und mit einigen schrägen Tönen versehen, wie auf „On The Picket Fence”. Oder ausgiebig mit Emotionen tapeziert und in vorzüglichster Americana-Tradition bedächtig düster dargeboten, siehe „Heartbroke”. Zwar kann „Help Wanted Nights” nicht ganz an ihr meisterhaftes Vorgängeralbum anschließen. Dennoch gehören Songs wie das atmosphärisch dichte „So Let Go” oder das in beinahe epische Längen gezogene und überragende „Rest Your Head” zu den wohl besten ihrer Art. Auch in diesem Haus.

Insgesamt hat sich nicht viel verändert im Stockwerk von „The Good Life“. Aber das war ja auch nicht unbedingt von Nöten. „Help Wanted Nights” ist eine melancholische und herzliche Stippvisite in der wuseligen Indie-Folk-Rock-WG von Saddle Creek. Und wenn man dabei so zuvorkommend empfangen wird wie hier, dann bleibt man auch noch gerne etwas länger zu Besuch.

Anspieltipps:

  • Heartbroke
  • Rest Your Head
  • On The Picket Fence
  • You Don’t Feel Like Home To Me
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