The Elephants - The Elephants - Cover
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The Elephants The Elephants


  • Label: Tapete/INDIGO
  • Laufzeit: 52 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Häufig ist es so, dass bereits der Name einer Band Assoziationen auslöst, die eine gewisse Erwartungshaltung an ihre Musik beflügelt. Dementsprechend erwarten wir von einer Band, die sich „The Elephants“ nennt dann auch, dass irgendetwas stampft (und wenn’s die Geige ist), die Musik eher wuchtig als zart klingt und der Schlagzeuger das wichtigste Mitglied und die Pauke ihm sein liebstes Werkzeug ist. Weit gefehlt jedoch in diesem Falle, in dem vier Musiker aus Dänemark ein verspieltes Debüt veröffentlichen in dem lediglich die Vielfalt der Melodien „elefantös“ erscheint.

Das Lieblingsinstrument der Elefanten scheint eher die Mundharmonika, welche in vielen der, für skandinavische Verhältnisse ungewöhnlich sonnigen Lieder, eine exponierte Stellung einnehmen darf. Doch auch für Surfgitarren, Banjo, Trompete und Ukulele lassen die Kompositionen ausreichend Platz. Die Addition dieser Instrumente ergibt einen Sound, der manches Mal die Beach Boys zitiert, stellenweise Altmeister Neil Young in Erinnerung ruft und insgesamt doch sehr eigen klingt. Und, mit Verlaub, manchmal auch ein wenig zu sehr nach Gestern als nach Heute.

Handclaps, eine dominante Mundharmonika, zweistimmiger Gesang und immerhin eine halbe Minute Gitarrensolo – nach dem Auftakt namens „Obvious“ wissen wir bereits recht viel über die musikalische Ausrichtung der Dänen, die in der Folge vor allem variiert wird durch den etwas ausufernden Einsatz von Chören. Erfreulicherweise lassen „The Elephants“ immer wieder Melodien erklingen, die durchaus zur Verdrängungshilfe in schlechteren Zeiten taugen, „Easy Listening“ schimpft sich so etwas. Ein wenig aus der Reihe schlägt „Autumn Hearts“, nicht nur, weil hier ausnahmsweise einmal Gitarristin Martine Madsen den Gesangspart übernehmen darf, sondern auch, weil sich dieser Song von einem sanften, fast karibischen Rhythmus treiben lässt und nicht direkt mit der sprichwörtlichen Tür ins Haus fällt. Im balladesken Abschluss, dem „Splinter Song“, hält erstmals die Melancholie Einzug in dieses Werk.

Ein seltenes Indiz dafür, dass diese Musik in Skandinavien entstanden ist. Und ein weiteres Indiz dafür, dass sich „The Elephants“ nicht wirklich um musikalische Konventionen scheren (schließlich ist die Melancholie eigentlich durchgängige Pflichtübung für Skandinavier), sondern mit ihrem selbstbetitelten Debüt ein Album veröffentlicht haben, dass sich seine Wege jenseits des Mainstreams sucht. Elefanten folgen halt nicht immer den vorgegebenen Pfaden. Sie treten sich einfach eigene frei.

Anspieltipps:

  • Obvious
  • Autumn Hearts
  • Good Time
  • Splinter Song
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6.5/10

Niente
  • 2017    
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